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Als SymPaten bei der Welt-Freiwilligenkonferenz

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Elke, Jasmin und ich waren letzte Woche als SymPaten bei der 25. IAVE Welt-Freiwilligenkonferenz im Einsatz. Vielleicht habt ihr uns ja in unserem schicken Outfit mit blauem T-Shirt und orangenem Schal gesehen? Oder auch einen der anderen 200 SymPaten, die in Augsburg unterwegs waren, um den Gästen aus aller Welt behilflich zu sein? Dass wir uns während der Arbeitszeit ehrenamtlich für dieses tolle Projekt engagieren konnten, verdanken wir Sandras Initiative, die uns dazu ermutigt hatte – und währenddessen die Stellung im Büro hielt.

Die Welt-Freiwilligenkonferenz wird seit 1970 alle zwei Jahre vom Weltverband IAVE (International Association for Volunteer Effort) an verschiedenen Orten ausgetragen. Dieses Jahr fand sie erstmals in Deutschland statt. Vor Ort organisiert wurde sie vom Freiwilligen-Zentrum Augsburg. Dessen Leiter Wolfgang Krell hatte die Konferenz nach Augsburg geholt. Dazu hatte er die Stadt vor mehr als zwei Jahren mit diesem Video als Austragungsort beworben – und sich damit gegen Städte wie St. Petersburg und Hongkong durchgesetzt. Die Veranstaltung startete am Montag (15. Oktober) mit dem Jugendforum mit rund 100 Teilnehmern. Am Mittwoch begann dann die Welt-Freiwilligenkonferenz mit rund 800 Teilnehmern aus 90 Ländern, die zum Thema „Unsere Verantwortung für die Zukunft“ diskutierten.

WVC2018_SymPaten-Schirme 

Rund 200 SymPaten sorgten dafür, dass die Gäste aus aller Welt sich in der Fuggerstadt zurechtfanden und während der Konferenz gut versorgt wurden. Mit ganz unterschiedlichen Aufgaben: Es gab wegweisende, begleitende, versorgende, unterstützende SymPaten und SymPaten-Scouts. Die Idee dieser „wandelnden Sympathieträger“ entstand bereits 2011, als zur Austragung der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft zahlreiche internationale Gäste nach Augsburg kamen. Seitdem gab es immer wieder SymPaten-Einsätze bei verschiedenen Veranstaltungen.

Im Sommer erfuhr Sandra über einen Facebook-Post, dass für die Welt-Freiwilligenkonferenz noch SymPaten gesucht werden, und bot uns spontan an, dass wir daran teilnehmen können und sie uns dafür auch freistellen würde. Wir meldeten uns an und wurden auch fleißig eingeteilt. Auf unseren Einsatz wurden wir im Vorfeld bestens vorbereitet, damit wir den Teilnehmern auch möglichst gut Auskunft geben konnten. So gab es eine Stadtführung, ein Kommunikationstraining und Einsatzbesprechungen für die unterschiedlichen Aufgaben. Dann bekamen wir noch die passenden Outfits und es konnte losgehen!

andid-SymPaten_Kongress am Park

Unsere Erfahrungen als SymPaten

Einmal waren wir tatsächlich alle drei zur gleichen Zeit im Kongress am Park als unterstützende SymPaten eingeteilt. Aber ansonsten hatten wir durchaus ganz unterschiedliche Einsätze. Daher hier nun ein paar individuelle Eindrücke von uns dreien:

SymPate-ElkeElke: begleitender SymPate zu einer Diskussionsrunde bei Greenpeace

Meine erste Aufgabe als SymPate: eine Gruppe von zehn Teilnehmern des Welt-Jugendfreiwilligenforums auf dem Weg durch die Stadt zu einer Diskussion zu begleiten. So stand ich also am Mittwochmorgen um 8:30 Uhr gespannt am Eingang zur Jugendherberge Augsburg. Mit mir zusammen warteten noch zehn weitere „begleitende SymPaten“, die ebenfalls verschiedene Gruppen zu Diskussionen und Workshops mit jungen Augsburgern aus Verbänden, Hochschule und Nicht-Regierungsorganisationen führen sollten. Von den Johannitern  über die Ulrichswerkstätten der Caritas bis hin zum Integrationsprojekt „Tür an Tür“ reichte die Auswahl. Für meine Gruppe und mich war der Weg kurz: von der Jugendherberge am Unteren Graben vorbei an Dom und Fronhof zum Café Neruda. Dort trafen die Jugendlichen aus Mexiko, Costa Rica, Ecuador, Macau und Hongkong auf Lukas, einen Vertreter der Augsburger Greenpeace-Gruppe.

Bei der Vorstellungsrunde und der Frage, warum sie sich gerade für diesen Workshop entschieden haben, wurde schnell klar: Umweltschutz ist in allen Ländern ein Thema. Einige der Jugendlichen engagieren sich bereits in diesem Bereich. Und jeder von ihnen achtet im täglichen Leben darauf, beispielsweise unnötigen CO2-Ausstoß oder Müll zu vermeiden. Bald entwickelte sich ein lebhafter Austausch über Möglichkeiten, wie jeder einzelne im Alltag umweltbewusster leben kann. Aber auch darüber, wie man das Thema in der Gesellschaft noch bekannter machen kann. Demonstrationen sind hier ein Mittel, aber auch gezielte Bildungsarbeit in Schulen und Jugendgruppen oder Lobbyarbeit in der Politik.

Am Ende stand das Fazit, dass es vor allem eines braucht: gemeinsames Engagement. Zusammen erreicht man mehr. Und es macht auch mehr Spaß, gemeinsam Projekte zu entwickeln und umzusetzen.

Damit machten wir uns auf den Weg zur nächsten Station: dem Rokokosaal der Regierung von Schwaben, wo die die Abschlussveranstaltung des Welt-Jugendfreiwilligenforums stattfand. Auch hier empfingen uns freundliche SymPaten. Einige der Jugendlichen traf ich dann auch in den nächsten Tagen immer wieder – bei der Weltfreiwilligenkonferenz im Kongress am Park.

SymPate-JasminJasmin: unterstützender SymPate im Kongress am Park

Meine beiden Einsätze als unterstützender SymPate verbrachte ich im Kongress am Park. Meine Aufgabe: die Diskussionen bzw. Vorträge im Großen Saal vorbereiten; das heißt die Namensschilder der Referenten auf die jeweiligen Sessel anordnen, für Getränke sorgen, die Gastgeschenke bereitlegen und als Ansprechpartner für den Moderator und die Diskussionspartner zur Verfügung stehen. Schön, wenn man dann auch endlich wieder seine spanischen Sprachkenntnisse auspacken kann. Warum es dann fast einmal knapp wurde mit der Vorbereitung des Saals? Wegen einer schier nicht enden wollenden Fotosession. Was übrigens neben dem Bayerischen Abend, zu dem ich später noch kommen werde, mein Highlight war.

Der Grund für das gefühlt stundenlange Geknipse? Der 21-jährige Felix Finkbeiner, Gründer der Schülerinitiative Plant-for-the-Planet. Mit gerade einmal neun Jahren hatte er die Vision, einen CO2-Ausgleich zu schaffen. Sein Vorschlag: Kinder könnten in jedem Land auf der Erde eine Million Bäume pflanzen. Er formulierte diesen Gedanken nicht nur, sondern pflanzte auch gleich den ersten Baum. Seither ist viel geschehen. Die Initiative ist gewachsen, hat prominente Unterstützer gewonnen und über 100.000 Kinder sind weltweit aktiv im Einsatz für Plant-for-the-Planet. Nur drei Jahre nach der Gründung, also im Jahr 2010, pflanzte man bereits den millionsten Baum in Deutschland. In diesem Jahr, am 22. Mai 2018, erhielt der ehemalige Gersthofer Schüler Felix Finkbeiner für sein Engagement gegen den Klimawandel das Bundesverdienstkreuz. Meine Kollegin Andrea und ich fanden das dann auch ziemlich cool und reihten uns in den Strom der Foto-Groupies ein. 🙂

Felix Finkbeiner mit Fans Felix Finkbeiner mit Jasmin+Andrea

Am Ende der Konferenz sollte es dann noch einmal einen gemeinsamen Abend geben. Und wie es sich für Bayern gehört, fand man sich bei Hendl, Kartoffelsalat und einer Maß Bier im Festzelt der Lechhauser Kirchweih ein. Ein geselliger Abend, bei dem nicht nur die Bayern ihren Spaß hatten, sondern auch alle Konferenzteilnehmer aus den unterschiedlichsten Teilen der Erde bei bayerischer Musik und später auch den typischen Festzelt-Schlagern die Hüften schwingen ließen und die Bierbänke unsicher machten.

Bayerischer Abend Bayerischer Abend_Jasmin+Andrea

SymPate-AndreaAndrea: begleitender SymPate zu einem Kurzzeitengagement (Weltladen)

Nachdem ich am Montag und Dienstag jeweils als SymPaten-Scout in der Jugendherberge und an der Hochschule eingesetzt war, um die anreisenden Teilnehmer des Jugendforums in Empfang zu nehmen und eventuelle Fragen zu beantworten, folgte am Mittwoch mein Einsatz als begleitender SymPate zu einer lokalen Initiative, die auch mit Freiwilligen arbeitet. Das war quasi der Auftakt der Welt-Freiwilligenkonferenz: Die Teilnehmer konnten aus insgesamt 14 Kurzzeitengagements eines auswählen, das sie kennenlernen wollten. Dort bekamen sie entweder eine Führung oder konnten auch selbst mit anpacken. Zur Auswahl standen beispielsweise die Fuggerei, das tim – Textilmuseum, das Grandhotel Cosmopolis, der Krümelhof und viele weitere. Meine Gruppe – sie bestand aus zwölf Leuten aus zehn Ländern (Korea, Taiwan, Hongkong, Indien, Philippinen, Israel, USA, Schweiz, Italien und Deutschland) – durfte ich in den Weltladen begleiten, wo Sylvia Hank uns empfing und mit einer Einführung in den fairen Handel begann. Dazu gab es eine Verkostung von einigen fair gehandelten Produkten und natürlich auch Kaffee, der im Weltladen geröstet wird. Obwohl manche Teilnehmer schon einiges über Fair Trade wussten, erfuhren sie auch viel Neues. Und mir ging es genauso. Die meisten Fragen kamen jedoch zum Freiwilligenkonzept des Weltladens, das am Ende auch noch vorgestellt wurde.

Kurzzeitengagement_Weltladen Kurzzeitengagement_Weltladen_2

Am Donnerstag und Freitag war ich dann noch jeweils als unterstützender SymPate im Kongress am Park im Einsatz. Mit ähnlichen Aufgaben wie sie schon Jasmin oben beschrieben hat. Nur wurde ich noch spontan für einen kurzen Bühnenauftritt angeworben, denn der Moderator wollte ein wenig Werbung für die Handarbeiten eines Ausstellungsstandes machen und brauchte dazu zwei SymPaten, die ein paar der Gegenstände zeigen sollten.

SymPaten_Werbeträger

Fotoshooting im Labyrinth

Den Tag, an dem wir alle drei zur gleichen Zeit im Einsatz waren, mussten wir natürlich noch für ein Fotoshooting nutzen. Die ideale Kulisse dazu hatten die Teilnehmer der Welt-Freiwilligenkonferenz einen Tag vorher bei einem der oben beschriebenen Kurzzeitengagements fertiggestellt: ein begehbares Labyrinth im Wittelsbacher Park, ein Projekt des Bündnisses für Augsburg. Es wurde als bleibendes Zeichen für die Welt-Freiwilligenkonferenz geschaffen und kann – passend zum Motto der Konferenz „Our Responsibility for the Global Future“ – als Weg zu einer besseren Welt und Zukunft interpretiert werden.

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Am Ende:  Standing Ovations von den Teilnehmern

Uns allen haben die SymPaten-Einsätze unheimlich Spaß gemacht. Der Kontakt mit so vielen Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern und Kulturen ist fast ein bisschen wie Urlaub machen. Wir gaben ja nicht nur Auskunft, sondern erfuhren zum Teil auch viel über die Besucher und ihre Projekte, für die sich in ihren Ländern engagieren. Und es war schön zu sehen, dass die Gäste sich in Augsburg wohl fühlten und dankbar für die Unterstützung der SymPaten waren. Dies zeigte sich auch bei der Abschlussveranstaltung am Samstag, bei der alle SymPaten auf die Bühne gebeten wurden: Da gab es jede Menge Applaus von den Konferenzteilnehmern. Und sie standen alle auf! Wahnsinn, Standing Ovations – damit ich hätte ich niemals gerechnet! Wie schade, dass Sandra nicht dabei sein konnte, denn ihr gebührt eigentlich ein Großteil davon – ohne ihr großzügiges Angebot hätten wir diese wunderschöne Erfahrung gar nicht machen können. Danke, Sandra!

SymPaten_Bühne

Über Andrea Finkel

Die Komma-Queen: begeistert sich für alles, was mit Sprache zu tun hat – auch Grammatik und Rechtschreibung. Komplexe Themen wecken ihren Ehrgeiz.

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Am 23. Oktober 2018
Von
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Eine Antwort auf "Als SymPaten bei der Welt-Freiwilligenkonferenz"

  1. Sandra sagt:

    Sehr gerne! Toll, dass Ihr alle drei sofort dabei wart, als ich den Vorschlag machte.

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