Spam-Mails: Hallo Hase!

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Adorable rabbit isolated on white

Foto: Stefan Andronache (Fotolia.com)

Wer bekommt sie nicht, die E-Mails, die mit Anreden wie „Dear friend“ beginnen und dann von einem jüngst verstorbenem Geschäftsmann in Afrika erzählen, dessen Witwe jetzt eine vertrauenswürdige Person sucht, mit der sie die vielen Millionen teilen kann? Die Mails dieser sogenannten „Nigeria Connection“ landen in der Regel genauso schnell im Papierkorb wie andere Spam- oder Werbe-Mails, die nur den Posteingang verstopfen. Manche sind jedoch auch recht unterhaltsam, etwa wenn mit schlechten Übersetzungsprogrammen solch philosophische Weisheiten wie „Der Geschmack des Puddings ist in der Ernährung“ verkündet werden.

Neulich erst bekam ich wieder so eine Mail. Sie begann mit „Hallo Hase“ und endete mit „KUSS!“ Keine Spam-Mail, wie ich zunächst vermutete, sondern ein klassischer Irrläufer, der wahrscheinlich aufgrund der Outlook-Adressvervollständigung an mich anstatt an die Ehefrau des Absenders ging. Ist mir auch schon passiert: Man tippt die ersten Buchstaben und klickt schnell auf eine der angebotenen Adressen, die dann aufploppen – mitunter versehentlich auf eine daneben. Und schon geht die Mail an jemand ganz anderen. Wenn das Schreiben keine Geschäftsgeheimnisse oder sensiblen Daten enthält, ist das meist nicht weiter schlimm. Oft ist es einfach nur peinlich – dem Absender, weil er wie in der „Hallo Hase“-Mail Privates einer wildfremden Person schickt. Ich dagegen habe mich köstlich amüsiert und antwortete dem Absender. Schließlich wusste ich nicht, ob er den Fehler inzwischen bemerkt hatte. Vielleicht würde seine Frau immer noch auf die Nachricht warten. Immerhin ging es um einen Termin, den er ihr mitteilen wollte.

Im Folgenden entstand ein kleiner Mailaustausch mit dem Absender, durch den ich nicht nur den Vornamen seiner Ehefrau erfuhr, sondern auch gleich die zügige Freigabe einer Presseinfo anstoßen konnte. Die hatte ich nämlich am Tag zuvor an eine Kollegin des besagten Absenders geschickt, die das intern klären wollte. Bis heute ist mir jedoch immer noch ein Rätsel, wie die Autovervollständigung des Absenders zu meiner Adresse führte. Denn ich hatte bis zu diesem Zeitpunkt weder eine E-Mail an diesen Menschen geschickt noch je eine von ihm erhalten. Wie merkt sich Outlook also eine Adresse, die noch gar nicht getippt wurde?

Über Andrea Finkel

Die Komma-Queen: begeistert sich für alles, was mit Sprache zu tun hat – auch Grammatik und Rechtschreibung. Komplexe Themen wecken ihren Ehrgeiz.

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Am 5. November 2013
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Eine Antwort auf "Spam-Mails: Hallo Hase!"

  1. Jasmin sagt:

    Autovervollständigung – Fluch und Segen. 🙂 Natürlich freue ich mich, wenn Outlook sich die Adressen merkt und ich diese nicht erst immer wieder heraussuchen und komplett eingeben muss. Gleichzeitig muss man damit wirklich vorsichtig sein. Mir ist es auch schon unzählige Male passiert – gottseidank bisher nur im privaten Bereich – dass die E-Mail an den falschen Adressaten ging. Vor dem Klick auf den Button „Senden“ sollte man sich deshalb vorher noch einmal den Absender ganau anschauen. Wie sich Outlook allerdings eine E-Mail merkt, die ich noch nie getippt habe, bleibt mir ein Rätsel oder hat hier etwa auch die NSA ihre Finger im Spiel? 😉

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