Praktikumsende

Schüler bei den Sprachprofis von candid

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GASTBEITRAG VON MICHAEL BENČEC

Nun sind sie fast vorbei, die acht Tage, die ich bei candid verbringen durfte. Vor einigen Monaten hätte ich vielleicht noch von müssen gesprochen. Denn es war nicht meine Idee, als berufstätiger Mittvierziger noch ein Praktikum zu absolvieren. Lehrer an Fach- und Berufsoberschulen in Bayern sind schlichtweg dazu verpflichtet. Selbst diejenigen, die vor ihrer Lehrertätigkeit einen anderen Beruf erlernt haben. Die Zielsetzung des Ministeriums ist klar: Die Lehrkräfte sollen „Einblicke in die sich stetig fortentwickelnde Arbeitswelt“ gewinnen.

Ich bin alt genug um zu wissen, dass man an solche Pflichtübungen mit Interesse herangehen muss. Eine demotivierte Einstellung ist für keinen so tödlich wie für einen selber. Demensprechend habe ich mir eine Praktikumsstelle gewünscht, für die ich mich wirklich interessiere. Und weil Wünsche manchmal wahr werden (bzw. weil meine Frau viele nette Menschen kennt), bekam ich eine Zusage von candid communications.

Mein Sensei und ich

Ein wenig hatte ich schon damit gerechnet, dass es so abläuft wie in dem Spielfilm „Karate Kid“ (1984): Daniel, der Karate-Schüler, musste dort erst einmal einen Zaun streichen und Autos polieren, ehe sein Lehrmeister ihm die ersten Kampftechniken beibrachte. Dementsprechend hatte ich mich darauf eingestellt, Akten zu kopieren, Kaffee zu kochen oder die Spülmaschine auszuräumen. Aber Andrea, mein Sensei bei candid communications, hat mir von der ersten Minute an vieles erklärt und gezeigt. Wäre Mr. Miyagi im Film auch so vorgegangen, hätte der Streifen nur 40 Minuten gedauert und Daniel wäre am Ende Karate-Weltmeister geworden. Pressemitteilungen, Bildunterschriften, Verwaltungssoftware, Hard- und Software für Videobearbeitung, Konzeption eines Filmdrehs und das Schreiben und Einstellen von Blogtexten waren die Inhalte, die mir Sensei Andrea näher brachte. Am meisten beschäftigt war ich mit den Blogtexten. Als Deutschlehrer formuliere ich natürlich gerne und oft. Die Kriterien einer PR-Agentur zu erfüllen, erwies sich trotzdem als gar nicht so einfach. Mir ging es wie dem Handballer, der plötzlich Basketball spielen muss. Mit dem Ball umgehen kann er schon. Dementsprechend  dribbelt und trifft er auch schon ganz gut. Aber er begeht einen Schrittfehler nach dem anderen, weil man im Handball drei Schritte machen darf, beim Basketball aber nur zwei.

Sprachprofis am Werk

Analog dazu wollte Sensei Andrea immer einen Satz weniger. Und die Sätze kürzer und die Wortwahl verständlicher. Logisch, der Leser soll es leicht haben. Nicht ich. Jedes Wort, jede Formulierung muss eine Auslese überstehen. Darvins „Survival of the fittest“ wird zu einem „Survival of the shortest“. Das, was übrig bleibt, soll aber nicht steril, langweilig oder oberflächlich klingen. Leicht ist das nicht. Umso beeindruckender zu beobachten, wie leicht dies den Profis von candid von der Hand geht. Hut ab!

Was für ein Team!

Am Ende eines Praktikums steht natürlich die Frage im Raum: Wäre dies ein Beruf für mich? Seinen Lebensunterhalt damit zu verdienen, Texte zu verfassen, Konzepte zu entwickeln und professionell mit Medien umzugehen, ist allein schon eine attraktive Vorstellung. Speziell bei candid kommt für mich die Teamzusammensetzung als Top-Argument hinzu: Kein einziger Quoten-Depp, sympathische Menschen, wohin ich auch schaue. Daher könnte ich mir selbstverständlich vorstellen, hier zu arbeiten.

Ich bin wohl Überzeugungstäter

Andererseits bin ich nicht zufällig Lehrer geworden. Im Artikel 131 der Bayerischen Verfassung steht, dass die Schule nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden soll. Als oberste Bildungsziele nennt sie unter anderem die Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen, Selbstbeherrschung, Verantwortungsfreudigkeit, Hilfsbereitschaft und ein Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt. Immer wenn ich den Artikel lese, denke ich: „Yeah, baby! Let’s do this!“ Für mich ist mein Beruf einer der sinnvollsten, die mir einfallen. Es ist ein schönes Gefühl, dies von seiner täglichen Arbeit sagen zu können. Und ja, ich vermisse meine Schüler. Ich freue mich schon darauf, sie morgen endlich wiederzusehen. Das aber, was ich bei candid gelernt habe, wird in meinen Unterricht einfließen. Ich hab da schon einige Ideen.

Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass die Praktikums-Idee des Ministeriums gar nicht so schlecht ist. Jedenfalls dann nicht, wenn man das Glück hat, bei candid zu landen. Daher gilt mein letzter Satz dem candid-Team. Ich würde gern länger formulieren, doch will ich Sensei Andrea nicht enttäuschen. Die Rechtschreibung mag fragwürdig sein, aber der Satz ist so aufrichtig gemeint, wie er kurz ist: Viiiielen Dank!

Über Michael Benčec

Als Lehrer an der FOS/BOS Augsburg absolviert Michael zur Zeit ein Praktikum bei candid und freut sich über die neuen Erfahrungen: „Ich kann hier die sprachlichen Ansprüche und Standards der freien Wirtschaft mit meinen Unterrichtsinhalten vergleichen. Auch sehe ich, wie Profis Botschaften medial erfolgreich verbreiten. Insofern ist dieses Praktikum für meine Fächerkombi – Deutsch/Geschichte – optimal.“

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Am 8. November 2018
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Eine Antwort auf "Schüler bei den Sprachprofis von candid"

  1. Sandra sagt:

    Lieber Michael,

    „Für mich ist mein Beruf einer der sinnvollsten, die mir einfallen.“ – Toll, wenn das jemand von sich sagen kann! Und so wie ich Dich in nur zwei Tagen bei candid erleben durfte, habe ich keinen Zweifel daran, dass Du einen ganz tollen Job als Lehrer machst.

    Und das nehme ich jetzt mal als ganz großes Kompliment: „Kein einziger Quoten-Depp, sympathische Menschen, wohin ich auch schaue.“

    Danke, dass du bei uns reingeschnuppert hast und ab heute wieder viel Freude mit Deinen Schülern. Sie haben großes Glück, einen Lehrer wie Dich zu haben. Schau gelegentlich mal wieder rein bei uns, wenn Du willst. Vielleicht lassen wir ja unser „candid cinema“ mal wieder aufleben und nehmen „Karate Kid“ ins Programm.

    Herzliche Grüße
    Sandra

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