Was macht man da? Über die Frage, die mein Leben begleitet

Fachliches Kommentare (1)

Ich habe Italienische Sprachwissenschaft, Europäische Ethnologie und Soziologie studiert. Und fragen Sie mich nun bitte nicht, was man dann danach damit macht! Zu oft habe ich zu Studienzeiten Auskunft darüber geben müssen. Zu oft wurde ich mit Aussagen wie „ich hoffe, du machst neben dem Studium auch noch einen Taxiführerschein“ belächelt. Und zu oft wurde mir empfohlen, doch etwas „Ordentliches“ wie BWL zu studieren. Nach acht Semestern und einem Magister-Abschluss in der Tasche schien sich die Frage jedoch endgültig erledigt zu haben. Doch weit gefehlt…

Das PR-Volontariat

Endlich raus aus der Uni und rein ins Arbeitsleben. Nun als PR-Volontärin bei candid communications gibt es jeden Tag etwas anderes zu tun. Es handelt sich um einen sehr abwechslungsreichen und spannenden Beruf, der mir großen Spaß bereitet. Was ich da denn genau mache? Da ist sie wieder. Die mir noch allzu gut bekannte Frage aus alten Studientagen. Natürlich durfte diese auch in meinem Berufsleben nicht fehlen. Aus diesem Grund widme ich diesen Blogpost einzig und allein dieser Frage.

Seht selbst, was die Umfrage zum Thema PR-Mitarbeiter, durchgeführt von meiner Kollegin Daniela, ergeben hat:

Grafik Umfrage

 

Die Aussagen – ein kurzer Überblick:

  • Von zwölf befragten Personen glaubten fünf, dass ein PR-Mitarbeiter Werbungen schalten bzw. Sachen bewerben oder verkaufen würde.
  • Zwei Personen hatten die Frage anders gedeutet, als wir gedacht hatten. Sie nannten Eigenschaften wie Offenheit, Kommunikationsstärke, die Fähigkeit unter Zeitdruck arbeiten zu können, die für eine Person, die den PR-Beruf ergreifen möchte, von Bedeutung sein könnten.
  • Die restlichen fünf Befragten konnten sich schon eher etwas vom Berufsfeld der PR vorstellen: Pressemitteilungen schreiben (wobei hier häufig das Anfertigen von Fachartikeln als Spezifizierung genannt wurde), Kundenkontakte pflegen, recherchieren, Übersetzungen anfertigen. So lauteten deren Antworten.

„Nein, ich mache nichts mit Werbung!“

„Du machst also Werbung“ ist eine beliebte Antwort von Freunden, Familie und Verwandten auf die Beschreibung meiner täglichen Arbeit. Lächeln, mit dem Kopf nicken und das Thema wechseln – oder doch lieber weitere treffende Umschreibungen für meinen Job finden? Natürlich entscheide ich mich für Letzteres und reagiere mit einem freundlichen: „Nein, ich mache nichts mit Werbung!“

Anhand von konkreten Beispielen wird es meistens immer deutlicher, deshalb stelle ich euch jetzt einen typischen PR-Arbeitstag von mir dar und hoffe, die leidige Frage damit endgültig ad acta legen zu können.

Montag:

9.00 Uhr: Der wöchentliche Jour fixe mit einem unserer Kunden steht auf dem Plan. Ein telefonisches Update über die anfallenden Aufgaben bzw. Events in der Zukunft.
10.00 Uhr: Wie sich in dem Gespräch herausgestellt hat, gibt es noch zu wenige Journalistenanmeldungen für die Pressekonferenz unseres Kunden. Also ist es an der Zeit, bei den Journalisten nachzufassen. Ein freundlicher Telefonanruf mit dem nochmaligen Hinweis auf die Veranstaltung ist eine etwas unangenehmere Aufgabe. Die Journalisten empfinden den Anruf häufig als Störung und nur selten freut sich jemand.
11.00 Uhr: Daily Business: Pressemitteilungen lektorieren, eine Freigabe für ein Zitat einholen, den Presseverteiler aktualisieren
12.00 Uhr: Ein Reminder erinnert mich an das Telefoninterview, das ich für einen Beitrag in einem Mitarbeitermagazin durchführen muss.
13.00 Uhr: Mittagspause
14.00 Uhr: Aussendung vorbereiten. Die Pressemitteilung über die Veranstaltung steht und muss nun an die Journalisten versendet werden. Hoffentlich findet sie in irgendeiner Form Beachtung in der Berichterstattung. Auch wenn der Text nur in extrem gekürzter Form erscheinen wird.
15.00 Uhr: Der letzte Blogpost ist auch schon wieder eine Weile her. Deshalb heißt es: interessantes Thema finden und darüber schreiben.
17.00 Uhr: Zeit für das Teammeeting, in dem wir uns über aktuelle Aufgaben und Kunden austauschen.
18.00 Uhr: Feierabend

Sollte mich demnächst wieder jemand nach meinem Berufsalltag fragen, werde ich einfach auf diesen Post verweisen.

Über Jasmin La Marca

Die Augs(ch)burgerin mit italienischem Migrationshintergrund liebt es, Texte fürs Netz zu schreiben. Bloggen, skypen, twittern und natürlich facebooken: Social Media – *thumbs up* --> gefällt mir

» Fachliches » Was macht man da? Über...
Am 23. August 2013
Von
,

Eine Antwort auf "Was macht man da? Über die Frage, die mein Leben begleitet"

  1. […] unseren Alltag in der PR-Branche auszeichnet, darüber haben schon meine Kolleginnen Elke und Jasmin hier berichtet. Natürlich beherrschen E-Mails, Telefonate, Schreiben, Recherchieren etc. den […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »