Screenshot aus dem YouTube-Video "I forgot my phone"

Ich bin dann mal offline. Ist das heutzutage überhaupt noch möglich?

Fachliches Kommentare (6)

Ein Video auf YouTube brachte mich zum Nachdenken. Es zeigt den Alltag einer jungen Erwachsenen: Freunde treffen, Geburtstag feiern, am Strand entlang spazieren. Nichts Ungewöhnliches bis auf eine winzige (oder etwa doch größere) Kleinigkeit, denn die junge Frau hat im Gegensatz zu ihren Freunden kein Smartphone zur Hand.

Sieht unser Alltag mittlerweile wirklich so aus? Sind wir abhängig von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter, müssen wir jeden Moment als Bildaufnahme auf Instagram posten und können wir uns wirklich nur verabreden via WhatsApp? Natürlich spielt das Video mit Übertreibung. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich und meine Freunde in manchen Szenen wiedererkenne. Meinen eigenen Hochzeitsantrag filmen würde ich wohl eher nicht, aber bei einem Kaffee mit einer Freundin liegt das Handy schon immer griffbereit auf dem Tisch und ein kurzer Blick auf Facebook gehört bereits zur Gewohnheit und passiert ganz unbewusst. Nun gehöre ich nicht zur Gruppe der Digital Natives und kenne auch noch die Zeit, in der es möglich war, ohne technischen Schnickschnack und Social Media klar zu kommen. So verfalle ich nicht in Panik, sollte ich einen Tag lang einfach mal offline sein. Der jüngeren Generation treibt das allerdings bereits die Schweißperlen aufs Gesicht, wie die Unterhaltung zweier Schülerinnen heute im Bus deutlich macht:

  • Schülerin 1: Hast du das neue Profilbild von XY schon gesehen? Das geht ja mal gar nicht!
  • Schülerin 2: Nein, warte ich schau’s mir gleich mal an. Wo ist denn mein Handy. Nein, das gibt’s doch nicht. Ich hab’s zu Hause vergessen.
  • Schülerin 1: Oh nee, das ist ja blöd. Den ganzen Tag ohne Handy. Voll schlimm.
  • Schülerin 2: Am liebsten würde ich ja noch mal heimfahren und es holen, aber wir sind ja eh schon spät dran. Ich werde heute Abend bestimmt mega viele WhatsApp-Nachrichten haben. Hoffentlich sind sie nicht sauer, dass ich nicht antworte.

Joiz – Fernsehrevolution mit dem neuen Social-TV-Sender

Einfach mal abschalten ist für die Digital Natives kaum vorstellbar. Joiz, das neue Social-TV-Fernsehen hat dies erkannt und für sich genutzt. Sie kennen Joiz nicht? Es ist der neue Free-TV-Sender für ein junges Zielpublikum zwischen 15 und 34 Jahren, der seit dem 5. August 2013 nun auch in Deutschland auf Sendung gegangen ist. Neu daran ist: Jeder kann sich interaktiv via Facebook, Skype oder Twitter am Programm beteiligen. In der Schweiz, wo der Sender 2011 gegründet wurde, hat sich das Programm bereits durchgesetzt. Es wird sich zeigen, wie das Publikum in Deutschland Joiz aufnehmen wird. 18.799 „Gefällt mir“-Klicks hat die Fanpage auf Facebook immerhin schon.

Wie sieht es eigentlich bei Ihnen aus? Wann waren Sie das letzte Mal für längere Zeit offline?

Meine Kollegin Andrea meinte, ich sollte es doch auf einen Selbstversuch ankommen lassen und sieben Tage auf mein Handy und Social Media verzichten. Ein guter Vorsatz für das neue Jahr oder nicht? Mal sehen. Falls ich das Experiment wagen sollte, werde ich in jedem Fall meine Erfahrungen hier im Blog kundtun.

 

Über Jasmin La Marca

Die Augs(ch)burgerin mit italienischem Migrationshintergrund liebt es, Texte fürs Netz zu schreiben. Bloggen, skypen, twittern und natürlich facebooken: Social Media – *thumbs up* --> gefällt mir

» Fachliches » Ich bin dann mal offline....
Am 30. August 2013
Von
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6 Antworten auf "Ich bin dann mal offline. Ist das heutzutage überhaupt noch möglich?"

  1. Jasmin sagt:

    Passend zum Post: Die neue ARD/ZDF-Onlinestudie 2013 ist da. Durchschnittlich 169 Minuten verbringen wir täglich im Netz. Ob in einem Café, am Strand oder auf einer Geburtstagsfeier – der Internetzugang ist mit den heutigen technischen Endgeräten wie Smartphone, Tablet und Co. jederzeit und überall möglich. Weitere Informationen zur aktuellen und interessanten Studie, finden Sie unter http://www.ard-zdf-onlinestudie.de/.

  2. Elke sagt:

    …also drei Stunden täglich mobile(!) Internetnutzung find sogar ich ziemlich viel. Das würde ich eigentlich nur zusammenkriegen, wenn ich wirklich ALLES übers Handy laufen lasse (Nachrichten lesen+Radio hören+Filme kucken+für jedes bisschen eine App nutzen…) :-O

  3. Silvia sagt:

    Es ist schon erschreckend zu sehen, wieviel Zeit diese sozialen Netzwerke mittlerweile bei vielen Menschen einnimmt, zumal viele garnicht erkennen, dass sich das nicht unbedingt positiv auf sie und ihre Umgebung auswirkt.

    • Jasmin sagt:

      Ja, das stimmt. Man verbringt viel Zeit auf den sozialen Plattformen. Allerdings sehe ich darin auch viele positive Aspekte. So kann ich via facebook mit meinen Cousins und Cousinen in Italien leicht in Kontakt bleiben und an ihrem Leben teilhaben. Der Kurznachrichtendienst twitter hingegen ist eine Art Informationsquelle für mich. Nachrichten, Veranstaltungshinweise etc. – hier kann ich je nach Interessenslage die Tweets filtern, was ich super finde. Insgesamt glaube ich, dass es immer auf das Maß ankommt. Man muss darauf achten, dass man nicht nur noch digital lebt.

  4. Belinda Steinle sagt:

    Habe mir gerade zufällig das Video angesehen, weil ich auf diesen Beitrag gestoßen bin. Brutal. Mehr fällt mir dazu nicht ein…

    • Im Video ist es natürlich überzogen dargestellt. Aber ich ertappe mich selbst auch dabei, dass ich wirklich oft auf mein Handy schaue. Man sollte sich dessen nur bewusst sein und das Handy vielleicht auch einfach mal zu Hause lassen können ohne gleich in Panik auszubrechen. 🙂

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