My home is my office

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Homeoffice: Für viele ist das der Inbegriff der perfekten Arbeitsbedingungen. Keine langen Anfahrtswege, kein Stau, keine Bürohektik. Stattdessen Ruhe und konzentriertes Arbeiten, zudem eine logistische Erleichterung in verschiedenen Lebenssituationen.

Doch spätestens seit dem BBC-Interview mit dem Korea-Experten Robert Kelly aus dessen heimischem Arbeitszimmer kennt man auch die Tücken. Wir erinnern uns: Kelly hatte vergessen, die Tür zu seinem Arbeitszimmer abzuschließen, so dass zuerst seine vierjährige Tochter hereingetanzt kommt, dicht gefolgt vom kleinen Geschwisterchen im Laufstuhl und der Ehefrau, die hektisch alle wieder einsammelt.

Ohne Disziplin geht es nicht

Auch wenn derlei Interviews nicht zum Tagesrepertoire zählen, birgt das Homeoffice die ein oder andere Gefahr: den überquellenden Wäschekorb oder das unaufgeräumte Wohnzimmer. Oder die Freundin, die für einen kurzen Kaffee an der Tür klingelt – man ist ja „eh da“. Was hilft? Ein bisschen Disziplin muss schon sein. Ein extra Arbeitszimmer – Türe zu heißt ungestört arbeiten. Das hat auch der Rest der Familie (meistens zumindest) schnell begriffen.

Auch wenn sich auf diese Weise Familie und Arbeit scheinbar wunderbar vereinen lassen – mir würde trotzdem etwas fehlen, würde ich ausschließlich von zu Hause aus arbeiten: der direkte Kontakt zu den Kollegen, der fachliche und auch persönliche Austausch, ein Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen, das sich nicht per Telefon oder E-Mail aufbauen lässt. Daher habe ich zwei Schreibtische: einen im Augsburger candid-Büro; einen bei mir zu Hause 120 Kilometer entfernt im Feuchtwanger Homeoffice. Die Hälfte meiner Arbeitszeit verbringe ich vor Ort, die andere Hälfte zu Hause.

Moderne Modelle eröffnen ungeahnte Perspektiven

Jeden Tag den langen Weg ins Büro zu fahren, ginge mit drei Kindern in Grundschule und Kindergarten und arbeitendem Ehemann schon rein organisatorisch nicht. Gleichzeitig genieße ich aber die regelmäßigen Präsenztage. Und eines darf man nicht vergessen: In ländlichen Regionen sind attraktive Jobs rar gesät. Durch solche Kombimodelle tun sich jedoch manchmal ganz unerwartete Perspektiven auf.

Dass ich mit meiner Lösung in einer glücklichen Situation bin, wird mir auch dann immer wieder bewusst, wenn ich mich mit Menschen in ähnlichen Situationen unterhalte. Gerade bei größeren Unternehmen stecken solche Modelle noch in den Kinderschuhen, scheitern an mangelnden Kontrollmechanismen oder komplizierten Zeiterfassungsmodellen. Zum Glück ist das bei candid nicht notwendig – wir ersetzen Kontrolle durch gegenseitiges Vertrauen.

Und noch eines ist unerlässlich: die Akzeptanz der Kollegen. Die man bei Fragen immer anrufen kann; die einem eine Datei vom Server schicken, wenn das VPN mal nicht funktioniert; und die bereit sind, meine Präsenztage bei gemeinsamen Terminen, Geburtstagsfeiern, Fotoshootings etc. zu berücksichtigen. Danke!

Über Simone Hedler

Sie fühlt sich in der Welt der Wörter zu Hause und erklärt Kompliziertes so, dass es jeder versteht; und zudem noch spannend findet.

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Am 13. September 2018
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Eine Antwort auf "My home is my office"

  1. Sandra sagt:

    Ich kann das so gut nachempfinden: Als ich vor 15 Jahren mit candid anfing – an meinem Schreibtisch zuhause – hatte ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich zwischendurch in den Keller ging, um die Waschmaschine zu leeren. Disziplin ist ja schön, aber das geht zu weit. Schließlich geht es ja gerade darum, Beruf, Familie und Freizeit auf die Reihe zu bekommen. Und ich habe keine Bedenken, dass Du das richtige Maß findest – hoffentlich in alle Richtungen ohne schlechtes Gewissen. Ich finde es toll, dass wir Dich dank Home Office im Team haben können. Mein Vertrauen hast Du. Und der Rest ist auch im Büro eine Frage der Organisation.

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