Google Glass und die neun Gebote

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Du sollst nicht rüde auf Nachfragen deiner Mitmenschen reagieren. Du sollst Personen nicht ungefragt filmen oder fotografieren. Du sollst nicht …! Kommt euch das nicht bekannt vor? Ich meine, ich hätte das in der Art schon irgendwo gelesen. Spaß beiseite! Natürlich kennen wir die zehn Gebote aus der Bibel. Nun hat auch Google neun Gebote Benimmregeln für Glass-Nutzer veröffentlicht.

Die Datenbrille – Wissen auf einen Blick

Seit fast einem Jahr wird die Datenbrille von Google von verschiedenen Personen getestet. Laut einem BBC-Interview mit Eric Schmidt, Googles Executive Chairman, im April 2013, soll die Markteinführung der Augmented-Reality-Brille im April dieses Jahres stattfinden. Noch erfolgte hierzu allerdings keine Bestätigung und ich vermute, dass wir noch ein bisschen mehr Geduld aufbringen müssen, bis es Glass in die Regale der Geschäfte schafft. Dank der neuen Glass-Brille ist es kein Problem, jetzt noch schneller Fotos zu schießen oder sich den Weg zum nächstgelegenen Café anzeigen zu lassen. Wie? Ein kleiner Miniaturcomputer über dem rechten Auge inklusive integrierter Digitalkamera macht’s möglich. Die Bedienung der allwissenden Brille findet via Touchpad und Sprachsteuerung statt. Ihr wollt jetzt schon einmal einen Blick wagen? Kein Problem! Mit diesem Video könnt ihr in die Rolle eines Glass-Trägers schlüpfen. Und falls ihr einen Hochzeitsantrag geplant habt, überstürzt es nicht. Mit Google Glass kann man diesen romantischen Moment nämlich für die Ewigkeit festhalten. Der Antrag im 21. Jahrhundert. Ob man wirklich alles festhalten muss? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. So könnte es zumindest aussehen.

Keine „Glassholes“ durch Google-Knigge?

Die neuen Google-Benimmregeln sollen eine Hilfe im Umgang mit der neuen Brille sein. Wie verhalte ich mich als Träger in meinem Umfeld, um nicht unangenehm aufzufallen oder gar meine Mitmenschen zu belästigen. Denn wer möchte schon als „Glasshole“ beschimpft werden. Dies zu vermeiden, sei laut Google ganz einfach: Verständnis, Rücksichtnahme und Zurückhaltung wird von den Glass-Trägern erwartet. Die Benimmregeln im genauen Wortlaut findet ihr hier.

Trotz des Google-Knigge kam es Ende Februar in einer Szenekneipe in San Francisco zu einem Gerangel wegen der Datenbrille. Gäste fühlten sich durch die Brille beobachtet und hatten Angst gefilmt zu werden. Ein Mann riss der Glass-Trägerin schließlich die Brille vom Kopf und rannte aus der Bar. Die Frau folgte ihm, um sie sich zurückzuholen. Wieder in der Bar, musste sie feststellen, dass ihr Handtasche mit Handy und Geldbeutel gestohlen wurde. Dies ist die erste bekannte physische Attacke auf eine Glass-Trägerin. Es gab allerdings schon weitere „Glass-Fälle“. So wurde ein Kinobesucher stundenlang vom FBI verhört, weil er während der Filmvorführung die Brille anbehalten hatte. Der Verdacht, dass er heimlich den Film mitgeschnitten hatte, konnte allerdings nicht bestätigt werden. Auch das Autofahren mit der Brille sollte man unterlassen. So musste jüngst eine Kalifornierin hierfür Strafe zahlen.

Diese Beispiele machen es – meiner Meinung nach – nur noch unwahrscheinlicher, dass Google-Glass bald in den Regalen der Elektroabteilung zu finden sein wird. Wann und wo darf ich die Brille tragen, wie sieht die Regelung mit dem Datenschutz aus? Denn durch die Brille wird es nun noch leichter, als beispielsweise mit dem Handy, Menschen unbemerkt zu filmen. Die Guidelines von Google sind ja ganz nett. Die großen und wichtigen Fragen gilt es allerdings noch zu klären.

Was meint ihr? Würdet ihr euch eine Google-Brille zulegen? Warum bzw. warum nicht?

Über Jasmin La Marca

Die Augs(ch)burgerin mit italienischem Migrationshintergrund liebt es, Texte fürs Netz zu schreiben. Bloggen, skypen, twittern und natürlich facebooken: Social Media – *thumbs up* --> gefällt mir

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Am 20. Februar 2014
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