Das 149-tägige Feierorganisationsjubiläum

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Am 5. Juli feiere ich mein ganz persönliches Jubiläum. Ich werde mich in eine stille Ecke der mamo lounge verdrücken und mir einen großen Schluck Prosecco kombiniert mit einem wohligen Gefühl des Gelingens genehmigen. Hoffentlich. Oder ich spare mir mehrere Gläser auf und ertränke meinen Frust, wenn die Feier vorbei ist!

Aber nein, so darf man nicht denken – und eines ist jetzt schon sicher: Diese Feier wird ein Erfolg, denn laut Chefin (dieses Wort mag sie nicht, aber für diese Feier hat sie das Wort verdient) kommen lauter tolle, liebe, spannende Menschen, um mit uns zu feiern. Und selbst wenn die Torte bei der Anlieferung im Fahrstuhl stecken bleibt oder jemand auf die extra aus Italien mitgebrachten Tüten Grissinis tritt, bevor ich sie in die Gläser verteilt habe, oder – noch schlimmer – die Musiker einer ansteckenden Grippe erliegen: Es wird toll!!

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, um welche Feier es sich eigentlich dreht? Nein, nicht etwas das 10-jährige candid communications Jubiläum (Achtung: grammatikalisch falsch! Man feiert nicht zehn Jahre lang Jubiläum! Anm. der Chefin) – es geht um die große Feier, die am 5. Juli die Dachterrasse der mamo lounge zum Schwingen bringen wird:

10 Jahre candid communications!!! So lange schon beraten wir, texten wir, lachen wir… ach, den Rest bitte einfach der tollen Einladungskarte entnehmen!

Und während ich so tippe, stelle ich fest, dass dieser erste Blogpost für unseren candid-Blog doch ganz schön lang werden wird. Aber jeder, der auch nur dran denkt demnächst eine Feier mit 100+ Menschen zu organisieren, sollte hier dran bleiben.

Wie war das also Anfang Februar, als wir Sandra, unsere liebe Kollegin (das mag sie lieber als Chefin) zum ersten Mal daran erinnerten, dass sie dieses Jahr eigentlich etwas zu feiern hat? Das, was mir am meisten in Erinnerung blieb, war die spontane Entscheidung fürs Budget – eine Zahl, die einfach mal so in den Raum geworfen und abgenickt wurde. So planen Kommunikationsfachleute… aus dem Bauch raus. Ha! Nein, im Ernst. Ich war fortan damit beschäftigt, dieses Budget so genau wie möglich zu kalkulieren.

Lasst euch gesagt sein: Eine Hochzeit ist leichter geplant! Schließlich bekommt man da halbwegs feste Zusagen, und das Essen ist – als Sit-Down-Menü – auch einfacher zu organisieren. Aber wie viel essen Menschen, die um 16 Uhr kommen, aber vielleicht um 19 Uhr schon wieder gehen? Wie viel essen die, die bis zum bitteren Ende bleiben? Wie viel essen Leute, wenn es warm ist oder wenn es regnet? Bei den Getränken wird es noch schwammiger: Trinken Männer wirklich eher Bier? Und klammern Frauen sich den ganzen Abend an einen Sprizz oder kippen sie klammheimlich größere Mengen von Hugo, Prosecco, Bier UND Wasser wenn keiner hinschaut? Oh, und den Kaffee nicht vergessen! Die unverbesserlichen Latte-Trinker, die an ihren dicken Strohhalmen ziehen, selbst wenn es draußen 30 Grad hat! Wie man sieht, dieses Thema kann einem Magenweh bereiten.

Deshalb erstmal zurück zu den planbareren Dingen. Die Location zum Beispiel. Als im Februar der Startschuss für die Feierplanung fiel, gab es erstmal ein kleines Brainstorming-Meeting mit unserer lieben Bekannten Christine Hofmann-Brand. Ich bin ihr heute noch dankbar, denn sonst hätten wir vielleicht gar nicht erst angefangen zu suchen. Sandra fand nämlich fast jede Location zu abgelutscht, zu normal, zu extravagant, zu irgendwas. Und Christine sagte ihr das irgendwann so. Prima, von da an, glaube ich, beschloss Sandra: Gut, dann sag ich eben nichts mehr; die Dani macht das schon – und es ist dann ihre volle, alleinige Verantwortung. Oder so. Sie sagte es nicht, aber ich fühlte es. Und von da an stieg mein Adrenalinspiegel täglich an. Nun gut, ich nahm die Herausforderung an. Ich buchte Dinner mit meiner besseren Hälfte im Schiemann’s (lecker, aber eben im Keller und kein Außenbereich – bzw. man kann den Damenhof buchen ODER das Schiemann’s, nicht beides), ging zum Dessert danach ins Cisa (zu verwinkelt), und endete zum Absacker in der mamo lounge. Dort zückte ich schon mal das Notizbuch: „Unbedingt mit Sandra hierher kommen!“ Aber die Suche war noch nicht zu Ende. Unvergessen der Termin im KKlub (toll und schick, aber etwas groß für uns), an dem Sandra und ich uns unfreiwilligerweise mit den vom Geschäftsführer servierten Lillet Cocktails am helllichten Tage erheitern bzw. anheitern ließen. Es war nicht unsere Schuld … angeblich wäre der Lillet schließlich lange nicht so stark wie ein Hugo. Ja ja… tralalalaaaaa…

Nach einem Dinner for four in der mamo lounge war klar: Die wird es! Perfekte Größe, tolles Ambiente, Dachterrasse! (An dieser Stelle ein kurzes Stoßgebet an den Wettergott: Bitte mach, dass es am 5. Juli schönes Wetter hat!!). Wir konnten uns sogar auf die Weine einigen. Wieder ein Haken auf der Liste!

Und die Feierorganisation ging weiter. Welcher Caterer? Welches Menü? Hier kam Sandras Freundin Petra zu Hilfe. Der Caterer war eine Empfehlung und schon vielfach erfolgreich getestet. Das Menü wurde von Petra auf Herz und Nieren geprüft: Hat auch jeder Gang etwas Vegetarisches dabei? Passen die Hauptgänge zum Sommer? Und die Desserts zur Stimmung? Die Beilagen zur Farbe der Minzblätter im Hugo? Oder so ähnlich. Ich habe mich irgendwann ausgeklingt aus den fachlichen Gesprächen zwischen Washington Rojas Chef und Petra, der kulinarischen Hobbyexpertin. Aber eins ist klar: Beim Lesen der Flying-Menü-Abfolge läuft einem schon mal das Wasser im Munde zusammen! Danke für deine Hilfe, Petra!

Aber es fehlte noch etwas, um das Menü abzurunden: die Torte! Vier bekannte Augsburger Konditoren bekamen meine E-Mails. Woraufhin ich gleich feststellen musste: E-Mail und das Back-Handwerk sind keine so gute Idee. Man nimmt besser den Hörer in die Hand, wenn man gehört werden will. Und zu hören bekam ich wirklich interessante Dinge: Man könne die Einladung wie ein Foto auf die Torte drucken. Wow! (Nur leider sagte man nicht dazu, dass das nur im A4-Format geht, das erfuhr ich erst viel später, im persönlichen Gespräch, und wir mussten es wieder von der Liste streichen – ging nicht). Es gibt außerdem so tolle Erfindungen wie Logo-Pralinen! Mehr will ich gar nicht mehr verraten – und kann es auch nicht. Die Torte wird bis zum Tag X das süße Geheimnis des Konditors bleiben und ich kann nur hoffen, dass sie schön wird – und lecker natürlich!

Dann braucht es natürlich noch: Musik!! Sandra wollte Jazz. Am liebsten nur ein Saxophon. Lustig, dass alle kontaktierten Saxophonisten meinten: Saxophon allein ist schrecklich! Vielleicht für eine halbe Stunde, aber nicht länger. So kam es, dass es nun ein Trio ist – Gitarre, Saxophon und Kontrabass. Probe gehört haben wir einen Teil des Ensembles in der Weinbar Jakobus. Und was wir hörten, gefiel uns.

Und damit jetzt auch alle schön zur Feier finden, nur so viel: Elke, meine liebe Kollegin, kann den Satz „Elke, könntest du bitte noch ein Schild für … machen?“ sicher nicht mehr hören. Ihr ist es zu verdanken, dass alle wissen werden wo die mamo lounge ist (Eingang alter Filmpalast und rauf in den zweiten Stock!), was es zu schnabulieren gibt (Tisch-Menükarten), dass die geheimnisvollen schwarzen Schächtelchen gut aussehen werden und man weiß, was anstatt eines Geschenks in die türkise Box soll.

Womit wir beim letzten Thema wären. Der Farbe Türkis. Türkise Teelichter, türkise Torten-Logo-Aufschrift, türkises Kleid (ich) … und der Knüller: die türkisen Servietten. Knüller deshalb, weil türkise Servietten in der benötigten Menge extreeeemst schwer aufzutreiben sind. Versucht es doch mal! Viel Spaß bei den Kaufländern, Depots und Butlers der Region – und im Internet! Es lebe der Feiermeier!

Prost!

P.S. Und wie immer beim Feiern organisieren gibt es immer noch etwas, was man vergessen hat. Note to self: Ich muss noch die Gästeliste für den Türsteher (wir haben einen Türsteher!!!) ausdrucken. Denn wenn hier einer unsere Party crasht, dann ist das höchstens der Lieferant mit der Torte!

P.P.S. Der Titel dieses Posts ist, streng genommen, übrigens auch nicht korrekt ;-).

Über Daniela Reif-Schülein

candid-Alumni, Weltbürgerin und sesshafte Nomadin, Tech-Geek und Bücherwurm, leidenschaftliche Netzwerkerin und Mama einer kleinen Tochter.

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Am 2. Juli 2013
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3 Antworten auf "Das 149-tägige Feierorganisationsjubiläum"

  1. die convento queen sagt:

    ahahahaha, so ein cooler blogpost 🙂 ich habe mich köstlich amüsiert beim Lesen (im wahrsten Sinn^^) Mensch, jetzt bin ich wirklich schon ganz aufgeregt … die Spannung und Vorfreude auf Freitag Abend steigen!!! Derweil, beste Grüsse, die *convento queen*

  2. Christine sagt:

    Liebe Dani,
    na klasse… sch-öne Rolle hatte ich da wohl …
    Jetzt verstehe ich, warum ich nicht mehr eingeladen wurde! ;-))
    Aber wenn’s geholfen hat 😉

    Mit größtem Vergnügen gelesen… 😉

    Freue mich auf euch!
    Christine

    • Dani sagt:

      Uiii, jetzt dachte ich für einen Moment, wir hätten dich nicht zur Feier eingeladen (was natürlich ein Versehen gewesen wäre). Uffff ;-). Das war eine sehr wichtige, tragende Rolle, die du da gespielt hast! 🙂 Wir freuen uns auf dich! Bis später!

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