Tesla Teambild beim Supercharger in Jettingen

Elektromobilität erleben: mit dem Tesla in die Pfalz

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Gut 1000 Kilometer haben wir in vier Tagen mit einem Elektroauto zurückgelegt – emissionsfrei, lautlos und – weil wir ein Luxusmodell testen durften – mit 420 PS unter dem Hintern und jeder Menge technischer Extras. Möglich machten dies die Lechwerke (LEW), die wir in der Kommunikationsarbeit zu Elektromobilität unterstützen. Sie stellten uns für unsere Inspirationsreise nach Landau einen Tesla zur Verfügung. 

Vor drei Jahren konnten wir bereits E-Bikes von LEW ausprobieren. Und längst schon bot uns LEW an, auch die klimafreundliche Mobilität mit Elektroautos, über die wir bereits so viel geschrieben haben, mit einem Fahrzeug aus ihrem Fuhrpark einmal selbst zu testen. LEW hat vom kleinen e-Smart über den Renault Zoe und BMW i3 bis zum Tesla alle möglichen E-Autos in ihrem Fuhrpark. Weil wir zu fünft und mit Gepäck für mehrere Tage unterwegs sein wollten, durften wir gleich das größte Modell, den Tesla, testen. Und das haben wir nun ausgiebig gemacht. Wir hatten sehr viel Spaß dabei – gemischt mit etwas Aufregung und einer gehörigen Portion Respekt vor dem Riesenschlitten. Wir überlegten schon, was wohl so ein Außenspiegel kosten würde …

Tesla_einweisungEine Woche vor Reiseantritt machte uns Markus Weißenberger vom E-Mobility-Team der LEW mit dem Tesla vertraut. Schon die Einweisung war ein Erlebnis: So viele technische Details, die intuitive Bedienung über ein Riesen-Display, die bequemen Ledersitze und die schlichte Eleganz dieses Luxuswagens begeisterten uns von Anfang an.

 

Tesl-Schluessel

Schick: ein Mini-Tesla als Autoschlüssel

Tesla-Uebergabe

Mit der Übergabe des Schlüssels gehörte der Luxuswagen für ein paar Tage uns!

Reichweitenangst: (noch) kein Thema für uns

Letzten Donnerstag ging es dann los. Mit fast vollgeladenem Akku sollten wir es laut Anzeige etwa 400 Kilometer weit schaffen. Unser 260 Kilometer entferntes Ziel (Landau in der Pfalz) hätten wir damit wohl locker ohne Tankstopp erreicht. Dennoch legten wir schon am ersten Supercharger (bei Jettingen) einen kurzen Zwischenstopp ein – für eine Fotosession, solange es noch hell war. Dabei kamen wir gleich mit einem anderen Tesla-Fahrer ins Gespräch. Später trafen wir ihn in Leonberg wieder. Dort mussten wir dann tatsächlich etwas länger laden, denn wir merkten schnell, dass wir eine Art Reichweitenschwund hatten. Zu fünft und mit Gepäck braucht man doch mehr Strom als erwartet, ebenso durch die Heizung, die von einigen unter uns stärker beansprucht wurde (gut, dass die Sitze einzeln beheizbar sind).

Tesla laden am Supercharger in Jettingen Tesla-Fahrer im Gespräch während des Ladens Schnelles Laden mit dem Supercharger  Grünes Licht heißt: Tesla lädt Tesla-Scheibenputzerin Jasmin

Energieeffizientes Fahren

Was vermutlich am meisten die Reichweite beeinflusst, ist der Fahrstil: Die Beschleunigung im Tesla ist so genial, dass man sie einfach öfter testen will. Spüren, wie es einen selbst in den Sitz drückt. Und man kann damit prima die Beifahrer beeindrucken! Solche Spielchen machen Spaß, aber sie gehen sehr zu Lasten der Reichweite. Und wenn die dann immer geringer wird, die nächste Ladestation aber noch ein Stück entfernt ist, kommt der Ehrgeiz auf, so energieeffizient wie möglich zu fahren. Wie gut das gelingt, auch das sagt einem der Tesla – über farbige Balken im Tacho, die Verbrauch (orange) und Rekuperieren (grün) von Strom anzeigen.

Tesla Strom verbrauchen Tesla Rekuperieren

Die Herausforderung, so energieeffizient wie möglich zu fahren, hatten wir noch mehrmals während unserer Reise. Denn unser Programm am nächsten Tag war sehr voll und im Vorfeld hatten wir Ladezeiten nicht mit eingeplant. Mit einer gewissen Naivität vertrauten wir darauf, dass es beim ZDF möglich sein sollte, zumindest eine Steckdose zu finden, damit wir während der Führung so viel aufladen konnten, um damit anschließend nach Ingelheim und danach zum nächsten Supercharger zu kommen. Doch leider ist das ZDF noch nicht auf Elektromobilisten vorbereitet. Ein Riesengelände, doch keine Steckdose für Besucher.

Tesla schieben? Wäre es nach ZDF gegangen, hätte das glatt passieren können. ;-)

Tesla schieben? Wäre es nach dem ZDF gegangen, hätte das glatt passieren können. 😉

Aufregend: nur ein kleiner roter Strich in der Akkuanzeige

So machten Elke und ich uns auf den Weg zur nächsten Ladestation. Die war in drei Kilometer Entfernung bei der Mercedes-Niederlassung in Mainz-Bretzenheim. Wir wollten das Auto dort abstellen und mit dem Taxi zurück zum ZDF, um noch rechtzeitig mit den anderen die Führung durchs Sendezentrum anzutreten. Eine halbe Stunde hatten wir dafür Zeit. Die Ladesäule fanden wir schnell dank Navi. Wir hätten dort sogar kostenlos tanken können, hatten das Auto auch schon angeschlossen, doch dann wollte die Ladesäule eine PIN, die man laut Ladesäulenfinder per RFID-Karte in der Niederlassung bekommt. Doch diese Karte war leider verschwunden – ein Zustand, der bei den Mitarbeitern schon länger bekannt war, um den sich aber wohl niemand kümmerte. Die Akkuanzeige im Tesla war inzwischen bei 25 Kilometern, es regnete und unser superschlaues Auto wies uns darauf hin, dass es bei Regen mehr Strom braucht und wir doch bitte bald aufladen sollten.

tesla_laden_mainz_erw-ladestationAlso auf zur nächsten Ladesäule, wieder nur drei Kilometer entfernt, im Industriegebiet eines Mainzer Vororts. Als ich sie sah, stimmten mich von weitem schon der Schriftzug und das zum Auto stilisierte kleine „e“ zuversichtlich: eine Ladesäule, die zum LEW/RWE-Verbund gehört. Hier war das Laden ein Kinderspiel: Einfach anstecken und dank intelligentem Stecker erkennt die Ladesäule den Tesla als ein Fahrzeug aus dem eigenen Verbund. Das Laden beginnt sofort ohne weitere Registrierung oder Anmeldung. Auch wenn es für die ZDF-Führung inzwischen zu spät war, waren wir doch glücklich. Und wir hatten auch unseren Spaß in den nächsten beiden Stunden: Wir machten Fotos, hörten Musik und Elke spielte Luftgitarre – der Tesla hat ein super aussteuerbares Soundsystem und dank Internetverbindung eine große Musikauswahl. Und dann schauten wir uns noch die Sanitärausstellung der Firma Saling an, auf deren Parkplatz die Ladesäule steht.

Tesla laden in Mainz  Selfie: Elke und Andrea Tesla hat wieder Strom - Elke freut sich

Im Kofferraum sind alle möglichen Ladekabel. An der EWR-Ladestation brauchten wir auch eines davon. An allen Superchargern ist das passende Kabel schon in der Ladesäule integriert. Und auch in Karlsruhe war der passende Stecker an der Ladesäule vorhanden.

Im Kofferraum sind alle möglichen Ladekabel. An der EWR-Ladestation brauchten wir auch eines davon. An allen Superchargern ist das passende Kabel schon in der Ladesäule integriert. Und auch in Karlsruhe war der passende Stecker an der Ladesäule vorhanden.

Vorn im Kofferraum hat der Tesla auch noch jede Menge Platz. Den nutzt die LEW auf Messen zum Ausstellen von Produkten wie Wallbox etc.

Vorn im Kofferraum hat der Tesla auch noch jede Menge Platz. Den nutzt die LEW auf Messen zum Ausstellen von Produkten wie Wallbox etc.

Gut geplant ist halb geladen

Tesla_Andrea und ElkeAls wir zurückfuhren, um die anderen abzuholen, hatten wir genug geladen, um etwa 200 Kilometer weit zu kommen – trotz Sitzheizung auf höchster Stufe. Der Rest der Reise verlief entspannt. Abends nochmals am Supercharger in Waldlaubersheim volltanken – damit kamen wir locker zurück nach Landau und am nächsten Tag bis Karlsruhe. tesla_laden_waldlaubersheim

Dort hatten wir bereits im Vorfeld nach passenden Lademöglichkeiten recherchiert (einschließlich Alternativen, falls eine Ladesäule nicht funktionieren oder belegt sein sollte). Doch nun lief alles wie geplant: Im Parkhaus des ZKM war ein Ladepunkt frei.

Tesla laden in KarlsruheDer Betreiber, die Stadt Karlsruhe, bietet hier kostenlosen Ökostrom an. Wieder brauchten wir nur einstecken und das Laden begann.

Die nächsten fünf Stunden waren wir mit Escape Room und ZKM beschäftigt, und bis wir zurückkamen, konnten wir die Heimreise mit vollem Akku antreten. Wohlbehalten und mit genügend Restreichweite kamen Monika, Jasmin und ich am Samstagabend in Augsburg an, während Elke und Sandra noch einen Tag länger in Landau blieben. tesla_monika_steuer

Ich durfte den Tesla dann noch am Sonntag fahren und habe das für Besuche bei Freunden und Verwandten auch ausgiebig getan. Der Abschied von „meinem Tesla“ fiel mir schwer. An das tolle Fahrgefühl und den Luxus kann man sich eben schnell gewöhnen.

 

Fazit

  1. Das Fahrgefühl im Elektroauto ist großartig: völlig lautlos anfahren und gleich das volle Kraftmoment haben – da lässt man an der Ampel alle anderen stehen, und auch beim Überholen oder Einfädeln auf der Autobahn macht diese Beschleunigung einfach tierisch Spaß. Das gilt übrigens für alle E-Autos, auch wenn sie nicht so viel PS wie der Tesla haben. Konnte ich auch schon mit einem E-Golf testen.
  2. Längere Reisen erfordern mehr Planung, wenn man elektrisch unterwegs ist. Denn leider ist die Ladeinfrastruktur noch nicht überall gut ausgebaut und wenn dann eine Ladesäule defekt oder belegt ist, kann es eng werden, wenn man zu knapp kalkuliert hat.
  3. Die Vielzahl an Ladeverbünden bzw. Ladesäulen mit verschiedenen Bezahl-/Anmeldemodi erfordern mitunter mehr Zeit vom E-Auto-Fahrer: Wenn es nicht der passende Verbund ist, muss man erst eine App herunterladen oder sich irgendwo registrieren. Hier wäre ein unkomplizierter, einheitlicher Zugang zu allen Ladesäulen wünschenswert.
  4. Beim Ladesäulen-Komfort ist noch viel Potenzial da (aus weiblicher Perspektive): Ein Dach über der Ladesäule (zum Schutz vor Regen) und eine gute Beleuchtung wären schön, sind aber leider nicht immer der Fall.
  5. Mit einem Tesla zieht man Blicke auf sich – umso mehr, wenn darin fünf Frauen sitzen. Der Fahrer eines Kleintransporters neben uns hat uns sogar während der Fahrt mit dem Handy fotografiert. Ob seine Aufmerksamkeit mehr dem Auto oder uns galt, wissen wir leider nicht. 🙂

Über Andrea Finkel

Die Komma-Queen: begeistert sich für alles, was mit Sprache zu tun hat – auch Grammatik und Rechtschreibung. Komplexe Themen wecken ihren Ehrgeiz.

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Am 23. November 2016
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