Ein Tag im digitalen Kindergarten

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Eine riesige Spielwiese mit allem, was mit Digitalisierung zu tun hat. Und candid mittendrin. So war der Digital Kindergarten in Hamburg.

Was hat es mit dieser KI auf sich? Brauchen wir einen Podcast? Und wo liegt der Unterschied zwischen Virtual und Augmented Reality? Alle reden über Digitalisierung und jonglieren mit Buzzwords. Viele tun so, als wüssten sie Bescheid. Nur, tun sie das wirklich? Je weiter oben in der Hierarchie, je tiefer drin in der Marketing- und PR-Branche, umso unangenehmer wird es, einfach mal nachzufragen und damit die Wissenslücke zu offenbaren: Hey, wie funktioniert das eigentlich mit so einem Chatbot? Und kann ich das mal ausprobieren mit dieser verrückten Brille – noch nie gemacht?!

Hier aber, im Hamburger Millerntor-Stadion, war das in dieser Woche kein Problem. Entdecken, anfassen, ausprobieren. Und ja, gerne auch nachfragen. Und vor allem staunen. So wie früher im Kindergarten, als die Freundin ihr neues Spielzeug dabei hatte oder der Kumpel stolz präsentierte, was er zum Geburtstag bekommen hatte. Denn streng genommen waren hier auch alle im Kindergarten – im Digital Kindergarten der Hamburger Agentur Achtung.

Man wolle Entscheidern – egal aus welcher Branche – die Chance geben, sich mit neuen Technologien und Innovationen zu beschäftigen, und zwar nicht nur an der Oberfläche, sagen die Organisatoren. Vor zwei Jahren hatten die Kreativen um Mirko Kaminski das Veranstaltungsformat gestartet. Damals noch in den eigenen Büroräumen. Bei der dritten Auflage war es schon ein Stadion, das den Rahmen bot für 50 Speaker, 60 Aussteller und mehr als 3000 Besucher. Ach ja, und candid communications war mittendrin.

Also, Brille auf und rein. Denn das scheint tatsächlich einer der digitalen Trends sein: Augmented,  Virtual oder Mixed Reality. Der Unterschied? Bei VR taucht der Nutzer komplett in die virtuelle Welt ein, die Realität wird ausgeblendet. Bei AR wird seine tatsächliche Wahrnehmung ergänzt. Und wozu das gut ist? Beim Gaming zum Beispiel. So konnte man beim Digital Kindergarten mit VR-Brille an einem Tischkicker spielen. Wem das als Anwendung zu banal war, der konnte bei Thyssen Krupp erleben, wie die Technologie schon heute Prozesse vereinfacht und Kunden neue Erlebnisse ermöglicht. Denn das Unternehmen, das unter anderen auch Treppenlifte anbietet, schickt seinen Außendienst mit Hololens raus zu den Interessenten, vermisst damit deren Örtlichkeiten. In Echtzeit lassen sich so noch vor Ort Planungen erstellen und präsentieren – ein Prozess, der zuvor Wochen dauerte.

Otto hat eine Augmented-Reality-App auf den Markt gebracht. Wer unsicher ist, ob die Couch, die er im Angebot des Versandhändlers gefunden hat, tatsächlich in die Wohnung passt, kann diese vor dem Kauf digital in die eigenen vier Wände stellen. Auch das konnte man beim Digital Kindergarten erleben. Eine Spielwiese für allerlei Technik.

Viel Zeit blieb allerdings nicht, denn auf drei Bühnen wechselten sich Speaker aus unterschiedlichen Bereichen ab. Mal ging es um die ganz großen Themen der Digitalisierung. Zum Beispiel bei Sascha Pallenberg, dem Head of Digital Transformation bei Daimler. Er forderte eine generelle Transformation unseres Denkens und der Unternehmensstrukturen: weg von Silos und langen Abstimmungsprozessen, hin zu mehr Flexibilität und Offenheit. Oder Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien in Hamburg, der über Innovationen im digitalen Zeitalter sprach.

Sprecher auf verschiedenen Bühnen im Stadion am Millerntor

Dann wurde es auch ganz konkret: Bei den Vorträgen über Influencer Marketing. Da erzählte Julian Jansen von der Modeplattform About You, dass die Stars und Sternchen, mit denen man zusammenarbeitet, schon mal anfragten, ob man nicht ihren Geburtstag ausrichten wollte – und dass About you das gerne macht. Denn wo kriegt man schon mal so private Einblicke und Bilder? Oder Netzwerkerin Tijen Onaran, die auf der Stage erläuterte, wie man digital und analog Kontakte knüpft und wieso man dabei besser ehrlich als immer nur freundlich ist. Es ging um Podcasts, um KI, um datengetriebenes Marketing, um Brandbuilding oder die Bedeutung von Voice. Es waren Vertreter von Start-ups, die Einblicke gaben, Kreative und Techniker. Aber auch Vertreter ganz traditioneller Branchen – vom Banking bis zum Thermomix. Digitalisierung geht eben alle an, das wurde mehr als deutlich.

Natürlich fielen dabei auch reichlich mehr oder wenig inhaltsreiche Buzzwords. Und bei manchem Speaker wie Nico Rosberg oder Moderatorin Cathy Hummels fragte man sich, was er oder sie außer dem Namen und reichlich Follower in den sozialen Medien beizusteuern hatten. Aber egal, man konnte ja die Bühne wechseln oder am Kopfhörer einfach den Kanal switchen – und schon lauschte man dem Sprecher auf der benachbarten Bühne. Bei dem riesigen Angebot kein Problem.

Über Monika Schmich

Themen erfassen. Schnell umsetzen. Mit der Zielgruppe im Blick. Journalismus trifft PR.

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Am 7. Juni 2019
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