Mitgemischt beim BR in Kempten

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Als Mitmischerin beim Bayerischen Rundfunk durfte ich einen Tag lang miterleben, wie beim BR Nachrichten entstehen. Meinen Einsatz hatte ich im Korrespondentenbüro Kempten. Es war ein interessanter und kurzweiliger Tag bei zwei sehr netten BR-Kollegen, die sich wunderbar um mich gekümmert haben. 🙂

Mitmischen – die Publikumsaktion des BR

Ende April hatte ich mich auf den Aufruf des Bayerischen Rundfunks auf seiner Facebook-Seite für die Publikumsaktion „Mitmischen – Programm machen beim BR“ beworben. Im Zeitraum vom 11. bis 14. Juni sollte man einen Tag lang erleben können, wie der BR arbeitet. Und eben auch selbst mitmischen. Mehr als 1300 Menschen hatten sich beworben, 300 wurden ausgewählt. Und ich war einer davon! Die Teilnehmer wurden auf über 40 BR-Redaktionen, Korrespondentenbüros und Regionalstudios in ganz Bayern verteilt. Ich hatte mich zwar für Augsburg beworben, wurde für meinen BR-Einsatz jedoch nach Kempten geschickt, weil für das BR-Studio Schwaben bereits alle Plätze vergeben waren. Mit der Zusage bekam ich auch gleich noch eine Einladung in die Live-Sendung „jetzt red i –Extra“, die am selben Abend vom BR-Studio in Unterföhring übertragen wurde.

Beim BR in Kempten

Doch zunächst machte ich mich am Mittwoch in aller Herrgottsfrühe auf den Weg ins Allgäu – ich sollte pünktlich um acht Uhr im Korrespondentenbüro in Kempten erscheinen. Was mich genau dort erwartete, erfuhr ich vorher nicht. Nur, dass ich einen BR-Korrespondenten aktiv bei seinem Arbeitstag begleiten dürfe und mit ihm den ganzen Tag unterwegs sein werde. Deshalb sollte ich gut zu Fuß sein und auf wetterfeste Kleidung achten. Ich stellte mir also schon vor, wie ich in strömendem Regen auf irgendeine Almhütte kraxeln muss, weil gerade ein Bericht über die Sennerin gemacht werden soll.

Es kam zum Glück anders. Zwar regnete es den ganzen Tag in Kempten, doch durfte ich meine Mitmischerfahrungen im Trockenen sammeln. Zunächst wurde ich sehr herzlich von den Allgäuer BR-Kollegen Andrea Trübenbacher und Alex Brutscher empfangen. Die beiden hatten an dem Tag jede Menge im Studio zu tun. Und an all ihren Aufgaben im Redaktionsalltag ließen sie mich teilhaben und beantworteten geduldig meine Fragen.

Der trimediale Reporter und die Multitasking-Power-Frau

Alex war am Vorabend als trimedialer Reporter auf einer Infoveranstaltung zu einem Moschee-Neubau in Kaufbeuren. Das bedeutet, er hatte dort (ganz alleine!) für die Bereiche Hörfunk, Fernsehen und Online gedreht. Und bis spät in die Nacht hinein gleich das Material für den Online-Bericht geschnitten. Nun musste er noch die Beiträge für die Nachrichten in Hörfunk und Fernsehen fertigmachen. D. h. den Sprechertext schreiben und aufnehmen, passende O-Töne aus den Aufnahmen heraussuchen und alles zu einem Beitrag zusammenschneiden. Für den Radiobeitrag hatte er knapp drei Minuten, für den kurzen TV-Beitrag nur 25 Sekunden. Zusammen haben wir an dem Text gefeilt und versucht, möglichst viele Infos in die wenigen Zeilen zu packen, die zur Verfügung standen. Bevor Alex den Beitrag fertig schneiden konnte, musste er noch zur Abnahme an die Kollegen nach München. Auf Qualität legt der BR hier großen Wert, deshalb muss immer nochmals jemand drüber schauen. Ist bei uns in der Agentur ja nicht anders, nur haben wir meist mehr Zeit.

Für Alex Brutscher war es eine kurze Nacht, und am Morgen ging das Schneiden der Beiträge gleich weiter.

Andrea hatte Tischdienst, d.h. regelmäßig E-Mails im Redaktionspostfach checken, Pressemitteilungen lesen, Terminankündigungen in den Kalender eintragen, Telefonanfragen beantworten und nebenher noch Nachrichtenmeldungen schreiben. Dazu gehört auch: Polizeimeldungen der Region lesen und prüfen, welche relevant genug für eine Meldung im Radio sind. Bei dieser Aufgabe durfte ich auch ein wenig mitmischen und einen Nachrichtentext über einen Urinschwindler beim Drogentest schreiben.

Andrea Trübenbacher macht nicht nur Tischdienst, sondern spricht auch Nachrichten für den Hörfunk ein.

Zwei Mal täglich Redaktionskonferenz

Auch an den beiden Redaktionskonferenzen, die die Schwaben-Redaktion jeden Tag morgens und mittags per Skype hält, durfte ich mit teilnehmen. Dabei wurden aktuelle Themen für den Tag besprochen, die Vorplanung für die kommende Woche gemacht und auch kritisch die letzte Nachrichtensendung betrachtet. War das Thema Warnstreik ausreichend gewürdigt? Kam das Wetter zu kurz? Wie wäre es mit einem Augsburger Huhn als WM-Orakel? Und dann meldet die Korrespondentin aus Dillingen plötzlich, dass sie eben vom überraschenden Tod des Lauinger Bürgermeisters erfahren habe. Und klinkt sich aus, um gleich für einen Bericht im Mittagsmagazin zu recherchieren. Schnelligkeit – das ist eben auch der Anspruch des BR (und die Erwartung der Hörer, Zuschauer und Online-Nutzer).

In der Live-Sendung „jetzt red i – Extra“

Von Kempten ging es dann weiter nach München, ins BR-Studio in Unterföhring. Denn mit der Zusage zur Mitmischaktion bekam ich auch gleich noch eine Einladung in die Live-Sendung „jetzt red i –Extra“, die am selben Abend übertragen wurde. Thema war die Publikumsaktion „Mitmischen“ – Sagen Sie dem BR Ihre Meinung! Den Fragen der Gäste stellten sich Informationsdirektor Thomas Hinrichs, Verwaltungsdirektor Dr. Albrecht Frenzel, der Programmbereichsleiter Hörfunk, Stefan Maier, und der stellvertretender Fernsehdirektor Andreas Bönte. Neben einigen spannenden Fragen zu Nachhaltigkeit und intensiverem und längerem Dranbleiben an Themen gab es viele Fragen und Kritik zu Musikauswahl und Wiederholungen. Und das Thema Gebühren wurde (für meinen Geschmack) auch zu ausführlich behandelt. Auch wenn es ganz schön ist, mal eine Live-Sendung mitzuerleben, so war für mich persönlich die Mitmischerfahrung in Kempten viel spannender. Und schließlich wurden meine Fragen schon alle von Alex und Andrea beantwortet.

Fazit

Die Mitmischaktion zeigte mir, unter welch großem Zeitdruck Hörfunk-, TV- und Online-Redaktionen arbeiten müssen und wie viele verschiedenen Aufgaben die einzelnen Mitarbeiter leisten. Ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit zum Mitmischen hatte, und hoffe, dass es diese Aktion noch öfter geben wird. Die Nachrichten im Radio und Fernsehen werde ich in Zukunft sicher mit anderen Augen (und Ohren) verfolgen. #BRmitmischen

Über Andrea Finkel

Die Komma-Queen: begeistert sich für alles, was mit Sprache zu tun hat – auch Grammatik und Rechtschreibung. Komplexe Themen wecken ihren Ehrgeiz.

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Am 15. Juni 2018
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