Ist die Internetnutzung altersabhängig? – Ein Beitrag zur Blogparade von Lisa Figas: Wie nutzt du das Internet? (2)

Fachliches Kommentare (1)

Jasmin, die gestern hier auf dem Blog von Ihrem Internet-Nutzungsverhalten berichtete, findet, dass ich trotz meines Geburtsjahres (laut Definition dann ein Digital Immigrant) wohl eher in die Digital Native-Ecke falle. Aber lest selbst. Hier mein Beitrag zur Blogparade von Lisa Figas: Wie nutzt du das Internet?

Digital Immigrant: Daniela Reif-Schülein, 33

Gemein ist das! Das Label „Digital Native“ habe ich tatsächlich nur um ein paar Tage verpasst, wenn man das Geburtsjahr 1980 als Grenze zieht. Nun gut, in vielerlei Hinsicht habe ich die Wellen von Social Media schon früher gesurft, als so mancher Digital Native hier – mein Twitter-Geburtstag ist immerhin der 19. April 2007! Ha! Ein sehr kommunikatives Handy hatte ich bereits 2005, als ich noch in Kalifornien arbeitete – einen Blackberry Pearl. Für E-Mails war der prima, so wirklich effizient im Internet surfen konnte man damit aber nicht.

Facebook 24/7 auf Smartphone, Rechner und iPad

Fast forward ins Jahr 2013: Mein Tag beginnt mit E-Mail und Facebook App, die ich auch schon mal noch im Bett liegend auf meinem Smartphone öffne. Gefühlt hat sich aber tatsächlich die Anzahl der E-Mails in den letzten zwei Jahren stetig verringert. Umso mehr sind meine weltweiten Freunde und Bekannte von Indien bis USA auf Facebook aktiv. Freunde, mit denen ich früher in San Francisco oder London um die Häuser zog, laden heute die Bilder ihrer Kinder und Haustiere und von Wochenendausflügen und Reisen hoch. Es ist für mich ein einzigartiger Weg, weiterhin „in touch“ zu sein, auch wenn man tausende Meilen entfernt lebt. Facebook ist bei mir also, wie bei meiner Kollegin Jasmin, ebenfalls 24/7 geöffnet. Auf Rechner, iPad und Smartphone. Manchmal überkommt mich das kalte Grauen wenn ich daran denke, was Facebook alles weiß – aber es gibt für mich keine echte Alternative dazu.

E-Mails: Bitte eine Tastatur!

Klar, in der Arbeit schreibe ich E-Mails immer mit dem Desktop-Rechner und einem klassischen Keyboard. Daheim, wenn ich abends auf der Couch zu faul zum Aufstehen bin (kommt vor 😉 ), versuche ich mich dann doch mal am iPad, nur um dann fluchend doch aufzustehen und den Laptop zu holen. Ein paar Zeilen auf Touchscreens, ok, das geht – auf dem iPad wie auf dem Smartphone. Aber eine längere E-Mail, die womöglich noch Links enthält, die man von irgendwo reinkopieren will? Vergiss es! Meine Tasten sind mir da heilig.

What’s up? WhatsApp!

Wann immer ich „kurz mal“ bei Freunden nachfrage, wie es geht, wann wir uns wieder treffen oder ob sie mir mal das leckere Karottenkuchenrezept von neulich geben könnten, kommt WhatsApp zum Einsatz. Foto vom Rezept geschossen, rübergeschickt, und fertig. Außerdem schicke ich via WhatsApp auch gerne mal lustige Fotos und Kurzvideos von meinem Töchterlein an meinen sehr Smartphone-affinen Dad. Auch mit Mitte 60 ist er da echt fit!

@twinga twittert von Rechner und Smartphone

In letzter Zeit bin ich wieder öfters auf Twitter aktiv. Lange Zeit war mir der Nutzen nicht wirklich klar – dieser erschließt sich aber meiner Meinung nach auch erst, wenn man es mal eine Zeitlang regelmäßig nutzt. Zum Beispiel beim Warten auf den Bus oder wenn man sich sonntagabends während des Tatorts zu langweilen beginnt. Dann findet man meist irgendwelche interessanten News und Links oder eben auch Kommentare zum Tatort unter #tatort, die einen schmunzeln lassen. Meinen gesamten Tagesablauf würde ich nicht auf Twitter stellen, da ist mir die Freundesbeschränkung auf Facebook dann doch wichtig, aber ich verfolge so gerne das Weltgeschehen und folge Leuten, die meiner Meinung nach auch interessante Dinge zu sagen haben. Selbst retweete ich gerne oder twittere interessante Links.

Privater Blog – starb den Facebook-Tod

Meinen Blog – den ich an dieser Stelle jetzt nicht verlinke – startete ich im November 2005! Damals hatte er hauptsächlich den Nutzen, meine ganzen Erlebnisse vom Alltag in San Francisco und auf Reisen für die Daheimgebliebenen zu dokumentieren. Bis 2010 wurde er auch sehr regelmäßig gefüttert – mit Text und Bild. Ich denke man könnte sagen, dass ab dann Facebook so langsam die Oberhand gewann. Schade eigentlich, denn gründlicher reflektiert man einfach doch, wenn man längere Texte schreibt. Beides zu bedienen ist mir aber doch zu viel, und Facebook erreicht die Menschen, die mir wichtig sind, dann doch effektiver.

Xing und Linkedin – die Lebenslauf-Seiten

Diese beiden beruflichen Netzwerke finde ich zwar wichtig genug, um meine Profile immer aktuell zu halten. Ich nutze sie allerdings hauptsächlich, wenn ich am Lebenslauf bestimmter Kontakte interessiert bin. Statusupdates und Co habe ich hier noch nie online gestellt und die dauernden Gruppeneinladungen sind auch eher nervig, wie ich finde. Also: Profil ja, Aktivität: eher gleich null. Und wenn, dann auch nur vom Rechner aus. Vielleicht zeigt mir ja irgendwann mal jemand, wie sich diese Netzwerke wirklich effektiv nutzen lassen. Mir erschließt es sich noch nicht wirklich.

Online-Banking – bitte „möglichst sicher“ mit Rechner

Noch eine Sache, die ich nur vom Rechner mache: Online-Banking. Man ist ja über den Rechner schon angreifbar, aber über das Smartphone wäre es mir einfach zu unsicher. Letztlich kommt es dann aber doch zum Einsatz, denn die TAN wird mir per SMS geschickt.

Online-Shopping und Surfen generell – Laptop please!

Auch beim Online-Shopping greife ich am liebsten auf meinen Laptop zurück. Das Gefummel auf Smartphone und iPad, wenn man wirklich mal Lieferadresse und Co eingeben muss und evtl. mit mehreren Tabs surft, das ist mir zu nervig. Auch was ausführlicheres Surfen nach bestimmten Infos angeht. Sobald ich mehr tippen muss und öfter zwischen Suchergebnissen hin- und herspringe, brauche ich einfach Tastatur und Maus.

Skype-Calls am liebsten mit Webcam

Skype ist natürlich toll und gerade bei internationalen Kontakten unentbehrlich, weil kostenlos und mit visuellem Live-Faktor. Wenn, dann aber bitte mit ruhig stehendem Laptop (iPad wackelt mir da zu sehr bzw. hat einen blöden Winkel beim Aufstellen) und Webcam. Skype in der Chatfunktion ist auch ganz nett. Privat zwar eher selten, in der Arbeit dafür umso mehr.

Flickr, Instagram, Snapchat und YouTube

Flickr kommt immer dann zum Einsatz, wenn ich mal wieder mehrere, wirklich ausgewählte, Fotos für Verwandte und Freunde hochlade. Auch Videos vom Töchterlein kommen da drauf, allerdings im privaten (also für die Öffentlichkeit nicht sichtbaren) Bereich. Beides wird eigentlich nur vom Rechner aus erledigt. Instagram ist für mich irgendwie doch „Neuland“ ;-), bzw. es ist mir einfach zu viel neben Facebook und Flickr. Snapchat nutze ich mit genau einem Freund mehrmals wöchentlich. Dieser hat irgendwie einen Narren an der App gefressen und ich antworte, wenn ich gerade lustig bin, ebenfalls mit einem beschrifteten Bildchen mitten aus meinem Alltag vom Smartphone aus. Und finally … YouTube: Das kommt hauptsächlich unterwegs im Restaurant zum Einsatz. Warum? Weil dann Töchterchen Lauras Stern o.ä. auf dem Handy angucken kann, während die Erwachsenen noch in Ruhe zu Ende essen können.

Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Morgen geht unser Silver-Surfer Andrea an den Start.

Über Daniela Reif-Schülein

candid-Alumni, Weltbürgerin und sesshafte Nomadin, Tech-Geek und Bücherwurm, leidenschaftliche Netzwerkerin und Mama einer kleinen Tochter.

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Am 23. Oktober 2013
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Eine Antwort auf "Ist die Internetnutzung altersabhängig? – Ein Beitrag zur Blogparade von Lisa Figas: Wie nutzt du das Internet? (2)"

  1. Sandra sagt:

    Dani war es, die mich in Twitter eingeweiht hat. Nun bin ich Junkie und sie ist mein Social Media Dealer sozusagen.

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