#kk13 vs. #rp14

Battle Berlin: #kk13 vs. #rp14

candid on tour Kommentare (5)

Eigentlich darf man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen. Ich tu’s aber trotzdem. Ein äußerst subjektiver Rückblick auf meine Kongress-Saison 2013/14.

Meine Kollegin Sandra kennt mich sehr gut. Schon als ich letztes Jahr zum ersten Mal mit ihr auf dem Kommunikationskongress in Berlin war, hatte sie mir prophezeit, dass mir die re:publica besser gefallen würde. Dabei habe ich wirklich versucht, unvoreingenommen zu bleiben. Aber mit mir und dem Kommunikationskongress lief es wie mit allen Dingen. Solange ich nichts anderes kenne, bin ich zufrieden. Wie etwa bei Handys, Wein oder dem Fernsehprogramm. Doch wehe, ich probiere etwas, das mir besser zusagt. Dann gibt es kein Zurück. Deshalb staubt mein Galaxy Tab vor sich hin, seit ich ein neues Handy habe; deshalb trinke ich am liebsten feinherben Weißwein; deshalb streame ich US-Fernsehserien im Original. Und deshalb will ich künftig nur noch auf die re:publica gehen.

Man betrachte, wie sich die beiden Konferenzen selbst sehen:

  • Kommunikationskongress – Die internationale Fachtagung für Public Relations.
  • re:publica – Die Konferenz. Das Ereignis.

Zugegebenermaßen richten sich die Veranstaltungen an unterschiedliche Zielgruppen. Aber mal ehrlich, welche der beiden klingt weniger verstaubt und nach Out-of-the-box-Denken, nach ungewöhnlichen Impulsen, nach frischen Ideen? Eben. Oder ein anderes Beispiel: die Abendveranstaltungen. Wie jeder weiß, findet hier der eigentliche Spaß das eigentliche Networking statt. Nun, ich persönlich lese im Programm lieber „Let the night begin“ und „Put on your dancing shoes“ als „Gala-Abend mit Anett Louisann“. Dann schon eher das Chris Adams Trio 68 in einer Fabrikhalle. Aber das ist Geschmacksache. Wie trockener Rotwein.

Im direkten Vergleich zur re:publica fand ich beim Kommunikationskongress auch etwas schade, dass man als Teilnehmer nicht das rausholen konnte, was möglich gewesen wäre – und das auf einer Veranstaltung, die sich als die „wichtigste Fachkonferenz für Kommunikationsmanager“ bezeichnet. Wer sich nicht zwischen Panels entscheiden konnte oder sich darüber ärgerte, immer in der falschen Session zu sitzen, hatte schlichtweg Pech: Videoaufzeichnungen über die Keynotes hinaus gab es nicht*. Auch keine Zusammenfassung der einzelnen Sessions zur Nachlese (die dünne Kongresszeitung zählt für mich nicht dazu)**. Und wer von der Veranstaltung twittern wollte, scheiterte oft an der holprigen WLAN-Verbindung.

Man kann an dieser Stelle natürlich argumentieren, warum man entweder auf die eine oder andere Veranstaltung geht. Will man seine Kommunikationsstrategien bestätigt sehen, sich mit anderen Anzugträgern Teilnehmern austauschen oder – wie wir als Agentur – da sein, wo auch die Kunden sind, ist man im Berliner Congress Center sicherlich gut aufgehoben. Ist aber das Ziel, in ganz neue Richtungen zu denken, sich inspirieren zu lassen und zu sehen, wo es hingeht in drei, fünf, zehn Jahren mit der digitalen Gesellschaft und damit auch unserer Kommunikation – dann sollte der Weg in die Station Berlin führen. In diesem Sinne: see you next year @rp15!

* re:publica: 194 Videos, >280 Podcasts der Sessions, Sondersendungen
** re:publica: je ein Reader pro Konferenztag

Was bleibt von der #rp14:

  1. Belohnung für die Teilnahme am Quiz von BILDblog anlässlich dessen 10. Jubiläums
  2. Aufkleber, der im Vorfeld verteilt wurde, um auf die „Google“-Veranstaltung aufmerksam zu machen
  3. Literatur zu netzpolitischen Themen am Stand der „Digitalen Gesellschaft
  4. Auch abseitige Themen fanden ihren Platz, wie etwa die Vorträge von Annalee Newitz oder Jessica Marquis über „Einhornomie
  5. Blätter“ für politische Bildung

re:publica 2014

Über Elke Brown

Kommunikative Kontakterin, kreative Texterin und Frau für alles Technische bei candid communications. InDesign-, WordPress- und Pixelwelten-Fan.

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Am 16. Mai 2014
Von
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5 Antworten auf "Battle Berlin: #kk13 vs. #rp14"

  1. tom sagt:

    Hallo,

    kann den Artikel schon nachvollziehen, doch wie anfangs erwähnt, lohnt der Vergleich einfach nicht. Das wäre ja so als wenn Hollywood-Filme mit Produktionen aus Babelsberg oder Aldi mit Rewe vergleicht. Beides erfolgreich, aber gänzlich andere Zielgruppen. Und die einen besuchen eher eine Gala als wild zu schwofen (:

    • Elke sagt:

      Hallo Tom, hört sich an, als warst du auch schon auf beiden Veranstaltungen 😉

      Als jemand, der heute zwar langweilig-spießig ist, früher aber zu Fugazi- und Victims Family-Konzerten geskatet ist und sich einfach aus Spaß mal die Haare auf 5mm abrasiert hat, hab ich mich einfach wohler gefühlt auf der re:publica. Ich mag den hemdsärmeligen Ansatz lieber, als wenn alles zu poliert wirkt. Das gilt für die Sessions ebenso wie für meine Mit-Teilnehmer. Aber wir leben ja zum Glück in einer Welt, in der jeder da hin darf, wo er will: auf die Gala oder zum schwofen!

  2. […] geworden. Auch wenn die meisten Besucher des Kommunikationskongresses immer noch weit von der Online-Kultur einer republica entfernt sind: Smartphones und Tablets sind inzwischen nicht nur als Statussymbol Standard, sie […]

  3. […] man den Kommunikationskongress nicht mit der republica vergleichen darf, darüber hat Elke schon geschrieben. Ich habe beide Veranstaltungen bereits besucht und […]

  4. […] wollte ich einen einzelnen Vortrag herauspicken und darüber schreiben. Was nach meinem re:publica-Besuch 2014 bereits schwierig gewesen wäre, erwies sich dieses Jahr aber als praktisch unmöglich. Zu den […]

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