Automatica 2018: Kuka-Roboter baut Laptop

Viele Roboter und ein Skelett: Automatica 2018

candid on tour Kommentare (0)

Es greift, bohrt, zischt, fährt, hebt, transportiert. Überall um uns herum: Bewegung. Nein, wir befinden uns nicht in einer überdimensionierten Produktionshalle. Jasmin und ich sind zu Besuch auf der Automatica, der internationalen Fachmesse für Automation, die alle zwei Jahre in München stattfindet. Smart Automation, Robotics, Industry 4.0: Das sind die Themen und Schlagworte an den Messeständen. Wir wollen sehen, was das konkret bedeutet.

Smart Factory, Leichtbauroboter und Zukunftsvisionen

Agilus-Modelle am Kuka-Messestand

Am Messestand unseres Kunden Kuka erhalten wir einen Einblick in Neuheiten, die schon in absehbarer Zeit marktreif sein werden, aber auch in Konzeptstudien, die einen Blick in die weitere Zukunft der Robotik erlauben. Großen Anklang findet die „Smart Factory“: Standbesucher können am Terminal ihr personalisiertes verkleinertes Modell des Kuka-Roboters AGILUS bestellen und nach Fertigstellung noch am Stand in Empfang nehmen. Möglich machen es verschiedene Roboter, die alle Produktionsschritte – von der Bereitstellung der Teile bis zur Auslieferung mit individueller Gravur – „Hand in Hand“ und hinter Glas sichtbar vornehmen. Neu ab 2019 ist der Leichtbauroboter „iisy“, der kleine und kostengünstigere Bruder des „iiwa“. Ein möglicher Anwendungsbereich ist die Elektronikindustrie: Wo bisher noch Menschen die Displays von Handys und Tablets auf ihre Funktion testen, könnte dies künftig ein Roboter übernehmen.

Ladeassistent CarLa am Kuka-Messestand

Auch ein autonomes Fahrzeug muss betankt – oder in dem Fall besser: geladen – werden.

Zukunftsmusik ist derzeit noch das selbstfahrende Elektroauto Sedric (SElf DRIving Car) von VW. Kuka sorgt mit dem Ladeassistenten CarLa dafür, dass auch das Aufladen der Akkus – beispielsweise in Parkhäusern – automatisch passiert. Und auch bei den „Robotern fürs Wohnzimmer“ handelt es sich um Produktstudien. Sie zeigen, was kommen könnte: Wenn der Roboter fotografiert – wer braucht da noch Selfies? Oder darf es lieber Kaffee ans Bett sein?

Greifer – von präzise bis kraftvoll

Wie die Roboter von Kuka, aber auch die anderer Hersteller mit speziellen Greifern ausgerüstet werden, sehen wir am Messestand der Firma Schunk. Je nach Bedarf können diese Greifer extrem präzise oder aber sehr stark sein. Auch die Steuerung entwickelt sich immer weiter. Mittels Übertragung durch eine Kamera ist es möglich, die Bewegung der menschlichen Hand exakt auf die Greifer des Roboters zu übertragen.

Gewichtheben mit Exoskelett

Gewichtheben mit exogenem Skelett

Ein exogenes Skelett unterstützt beim Heben und Tragen.

Roboter ermöglichen also schon vieles an Automatisierung, und es wird in Zukunft noch mehr werden. Dennoch bleiben Bereiche, in denen Roboter an ihre Grenzen stoßen: In der Logistik, am Bau oder in der Fertigung beispielsweise gibt es körperlich anstrengende Arbeiten, die das Heben und Tragen auch schwerer Gegenstände beinhalten, aber die Intelligenz und Flexibilität des Menschen erfordern. Bei solchen Tätigkeiten kann das Exoskelett des Augsburger Start-ups German Bionic System zum Einsatz kommen, um Verletzungen und langfristigen Schäden vorzubeugen. Ich darf das CRAY X – eine Art Rucksack mit Beinschienen – am Messestand selbst testen und bin überrascht: Sobald ich die Hantel umfasse, unterstützt mich das Exoskelett beim Aufrichten des Körpers. Die 15 Kilogramm lassen sich so ohne viel Mühe nach oben bewegen: Gewichtheben leicht gemacht. Ein weiterer Effekt: Der Rücken wird gerade gehalten – dadurch ist die Hebeposition schon fast von allein viel gesünder.

Fazit: spannende Einblicke und Ausblicke auf die Zukunft

Eines können uns alle Roboter noch nicht abnehmen: das Herumwandern auf und zwischen den Messeständen. Mit schmerzenden Füßen, aber auch vielen neuen Eindrücken im Kopf treten wir die Heimreise von München nach Augsburg an. Ein spannender Messetag geht zu Ende, der uns sehr viele und interessante Einblicke in ein für mich doch ziemlich neues Thema verschafft hat. Ich bin beeindruckt, wozu Roboter heute schon in der Lage sind, und gespannt, wohin die Entwicklung in den kommenden Jahren noch gehen wird.

Über Elke Thiergärtner

Ideen entwickeln, Herausforderungen annehmen: Die leidenschaftliche Läuferin mag es, wenn es voran geht. Das Ziel hat sie dabei immer im Blick.

» candid on tour » Viele Roboter und ein Skelett:...
Am 21. Juni 2018
Von
, , , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

« »