Videokamera: Übungen beim Webvideo-Seminar in Berlin

Webvideos – worauf es ankommt

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Der Oberbürgermeister mit seiner Weihnachtsansprache, die Bäckerei auf der Suche nach Auszubildenden, junge Mädchen mit Schmink-Tipps – sie alle präsentieren sich mit Videos im Internet. Ohne Bewegtbilder geht nichts mehr im World Wide Web. Doch wie macht man gute Videos? Um das zu lernen, haben Jasmin und ich ein Webvideo-Seminar der Berliner Journalistenschule besucht.

Der Trend zum Bewegtbild nimmt nicht nur im Journalismus zu – es gibt kaum noch ein News-Portal, das nicht auch eigene Videos produziert. Vor allem Unternehmen sehen die Notwendigkeit, sich und ihre Produkte mit Bewegtbildern zu präsentieren. Aus gutem Grund: Die Zahl der Menschen, die täglich Videos im Internet nutzen, steigt seit Jahren stetig an. Das belegt die ARD/ZDF-Onlinestudie 2016: 26 Prozent der Gesamtbevölkerung nutzen täglich Bewegtbildinhalte im Netz, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Bei den 14- bis 29-Jährigen nutzen sogar 58 Prozent täglich Online-Videos (vier Prozent mehr als im Vorjahr).

Content ohne Ende auf Youtube & Co.

Zu sehen gibt es jede Menge Inhalte im Netz. Schließlich werden pro Minute 300 Stunden Videomaterial auf Youtube hochgeladen. Darüber hinaus werden unzählige Videos auf weiteren Social-Media-Kanälen wie Facebook, Snapchat oder Instagram verbreitet. Nicht alles davon ist gut. Vieles einfach nur schlecht. Aber es gibt auch viele sehenswerte und hervorragende Webvideos. Für die besten vergibt die European Web Video Academy seit 2011 jedes Jahr den Webvideopreis Deutschland. Prämiert werden die besten Videos aus 13 Kategorien, von AAA (handwerklich bestes Video in Zusammenhang mit Kamera, Schnitt und Ton) bis zu Win (beste Produkt- oder Unternehmensvorstellung).

Welche Ausrüstung braucht man für Webvideos?

Doch wie schaffen Unternehmen es, gute Webvideos zu produzieren? Welche, die vielleicht nicht gleich einen Preis gewinnen, aber wenigstens von der Zielgruppe gesehen (und nicht gleich wieder weggeklickt) werden? Im Idealfall sogar geteilt werden? Wichtig ist auf alle Fälle, schnell auf den Punkt zu kommen. Der Zuschauer entscheidet bei Online-Videos nach etwa sieben Sekunden, ob er weiterschaut oder wegklickt. Neben einer guten Geschichte braucht man außerdem eine entsprechende Ausrüstung und das nötige Know-how zu Dramaturgie, Gestaltung und Technik.

Im Vorfeld zu unserem Seminar machten wir uns schon Gedanken darüber, womit wir Webvideos drehen möchten. Reicht dafür die Handykamera? Richard Gutjahrs Bloggerhandtasche enthält keine professionelle Kamera, er dreht Videos ausschließlich mit dem iPhone. Für einen Videoblogger, der alleine unterwegs ist und spontane Interviews und Reportagen dreht, mag eine kleine, handliche Ausrüstung die beste Wahl sein. Für Videos, die man planen und entsprechend gut vorbereiten kann wie Image- und Produktfilme, Recruiting-Videos oder Tutorials, sollte jedoch auch eine professionelle Videokamera mit entsprechendem Zubehör zum Einsatz kommen.

Erste eigene Produktionen

Und dennoch: Die Ausrüstung alleine ist kein Garant für ein gutes Video. Das haben wir anhand von einigen Negativbeispielen in unserem Webvideo-Seminar gesehen. Und wir haben gelernt, wie wir es besser machen können. Nach der dreitägigen Schulung haben wir nun eine gute Basis, um selbst Videos zu erstellen. Die gelernte Theorie konnten wir gleich mit eigenen Produktionen praktisch umsetzen. Gedreht haben wir mit einer professionellen Handheld-Kamera von Panasonic, geschnitten mit Adobe Premiere Pro.

Übungen mit Schärfeverlagerung beim Webvideo-Seminar in Berlin

Übungen zu Schärfeverlagerung – und anschließend „spielten“ wir mit den Aufnahmen im Schnitt, packten einen Beat-Rhythmus dazu und fertig war ein fetziger Clip.

Wir hatten wahnsinnig viel Spaß dabei, auch wenn wir uns beim Außendreh für unsere Beauty-Shots rund um den Alexanderplatz fast die Finger abgefroren haben. Der nächste Schritt heißt üben, üben, üben. Dazu wollen wir uns auch eine entsprechende Ausrüstung zulegen. Denn die ersten Videoproduktionen sind schon in Planung.

Schnitt des Intervies mit Jasmin

Wir mussten auch selbst vor die Kamera – um den Dreh (und Schnitt) von Interviews zu üben.

Über Andrea Finkel

Die Komma-Queen: begeistert sich für alles, was mit Sprache zu tun hat – auch Grammatik und Rechtschreibung. Komplexe Themen wecken ihren Ehrgeiz.

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Am 31. Januar 2017
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