Treppe mit Beschriftung "Escaping your comfort zone"

Schulterblick in Hamburg: Kreativbesuch bei sam waikiki

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Wie gehen Gestaltungs-Profis an ein Kreativprojekt ran? So wie unsere Hamburger Partneragentur. Dort durfte ich letzte Woche drei Tage lang einen Schnupperkurs in Sachen Marken-Relaunch absolvieren.

Wenn Kunden mit Kommunikations-Projekten zu uns kommen, bieten wir ihnen alles aus einer Hand. Schließlich sollen Strategie, Design und Text aus einem Guss sein. Dafür arbeiten wir seit Jahren mit Partneragenturen – etwa bei der Gestaltung von anspruchsvollen Print-Produkten. Normalerweise läuft das so, dass wir briefen und dann einen Vorschlag von unserem Partner geliefert bekommen. Vom kreativen Prozess selbst bekommen wir meist wenig mit. Das sollte diesmal anders sein: Mit einem Stapel Publikationen, Medien und Werbemitteln im Gepäck trudelte ich vergangene Woche in Hamburg ein. Mein Auftrag: Gemeinsam mit unserer Partneragentur sam waikiki eine Kundenmarke grafisch zu überarbeiten.

Klingelschild von sam waikiki

Startup-Spirit im Hamburger betahaus

Die Agentur liegt mitten im Schanzenviertel, im dritten Stock des betahaus. Schon auf dem Weg dorthin spürt man eine ganz eigene Energie: graffitibesprühte Wände, kleine Shops, exotische Restaurants und die unterschiedlichsten Menschen auf der Straße. Diese Energie zieht auch durch das betahaus. Überall weht der gewisse Startup-Spirit, vom Coworking-Space bis hinunter in die Kaffeebar. Spaziert man durch die Gänge, entdeckt man an den Türen Namen wie next media accelerator (mit COO Nico Lumma) und Niantic (genau, die von Ingress und Pokémon Go). Alles in allem also genau die richtige Umgebung, um die kreativen Säfte zum Fließen zu bringen.

Die Sprache der Kreativ-Agenturen sprechen

Streifen aus Washi-Tape an der Wand

Mit Washi-Tape lassen sich weiße Wände hervorragend als Arbeitsfläche nutzen. Wie hier etwa, um verschiedene Begriffspaare mit Regler für einen Kundenworkshop aufzulisten.

Von den drei Tagen vor Ort bei sam waikiki konnte ich einiges mitnehmen. Nützliche InDesign-Tipps. Die unterschiedlichen Anwendungen von Washi-Tape. Und, ganz wichtig, welchen Prozess die Gestalter dort durchlaufen, um zu einem Ergebnis zu gelangen. Mein Ziel war, den Blick noch mehr zu schärfen für die Dinge, auf die sie achten. Denn: Bei candid arbeiten wir vor allem mit Sprache. Aber wenn man für einen Kunden eine Broschüre, eine Webseite oder einen Geschäftsbericht erstellen soll, nützt ein Gespür fürs Design. Und dafür, wie Themen später in Bilder umgesetzt werden können. Schließlich soll beides später ohne logischen Bruch ineinandergreifen. Ich selbst merke immer wieder, dass schon ein grundlegendes grafisches Verständnis hilft, Kunden besser zu beraten. Und auch mit deren Kreativagenturen effizienter zusammenzuarbeiten. Da ist es einfach gut, wenn man z. B. weiß, was mit Fonts oder Pantone-Farben gemeint ist. Und wie ein Grafik-Designer grundsätzlich tickt.

Von der Design-Analyse zum Marken-Relaunch

Eigentlich logisch: Grundsätzlich gehen Gestalter auch nicht anders an ein Projekt heran als wir beim Texten. Ich hatte angenommen, dass sie viel schneller in konkreten Bildern denken. Stattdessen zählt zuerst genauso, die inhaltlich-strategische Richtung festzuklopfen, bevor man sich zu früh in Details verliert. Beim Marken-Relaunch bedeutete das, die Antworten auf Fragen zu finden wie: Welche Werte will der Kunde kommunizieren? Und wie werden diese in bestehenden Medien bereits transportiert? Bei candid schauen wir dafür ganz genau auf jeden Satz: Auf Tonalität, Sprachstil und -bilder, feststehende Ausdrücke, etc. – und inwieweit all diese Elemente noch das mitteilen, was sie sollen. Schließlich muss die Sprache zum optischen Gesamteindruck passen.

Zu diesen Überlegungen gibt es ein grafisches Äquivalent. Bei sam waikiki sollte ich deshalb die Designelemente der mitgebrachten Marke analysieren: Welche Bildsprache wird verwendet? Wo und wie wird das Logo eingesetzt? Ist die Verwendung stringent über alle Medien? Wie sieht es mit Farben aus? Mit Schriftarten? Mit Weißraum? Und natürlich: Wie fügt sich der Text ein? Welche Inhalte lassen sich effizienter darüber an die Zielgruppe kommunizieren? Auch die Gestaltung muss ein Medium komplett im Blick haben.

Partner, die sich ergänzen

Ist das alles zusammengetragen, geht es ans Eingemachte. Wie sich herausstellte, fehlen noch einige Infos, um die Marke tatsächlich zu überarbeiten. Aber allein schon, um beim Kunden konkreter nachfragen zu können, hat sich der Besuch in Hamburg gelohnt. Und um zu bestätigen, dass für kleinere Projekte meine Kenntnisse durchaus reichen. Für anspruchsvolle? Eher weniger. Das ist aber okay. Deswegen haben wir ja Spezialisten für Gestaltung in unserem Netzwerk, die uns unterstützen, wenn nötig. Und die auf uns zurückgreifen, wenn sie an ihre Grenzen stoßen. Schließlich kann auch nicht jeder, der gerne mal schreibt, automatisch gute Texte produzieren, gell!

Über Elke Brown

Kommunikative Kontakterin, kreative Texterin und Frau für alles Technische bei candid communications. InDesign-, WordPress- und Pixelwelten-Fan.

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Am 14. August 2017
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