Weltglückstag: Peckkekse

Die Welt der Gedenktage: heute Glück, morgen Down-Syndrom

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Heute, am 20. März, ist der Weltglückstag, oder auch der International Day of Happiness. Die Vereinten Nationen haben den Gedenktag im Juni 2012 beschlossen, weil das Streben nach Glück ein grundlegendes Ziel der Menschen sei. Und so wird der Gedenktag dieses Jahr zum sechsten Mal gefeiert. Doch was ist mit dem Unglück, dem Pech – wann gedenken wir diesem?

Es gibt den Weltknuddeltag (21. Januar) – nicht zu verwechseln mit dem Weltnudeltag (25. Oktober), den Welttag des Schneemanns (18. Januar) und den Weltfischbrötchentag (an einem Samstag im Mai, dieses Jahr am 5. Mai). Verschiedenen Tierarten werden Aktionstage gewidmet, z. B. den Katzen der 8. August, den Hunden der 10. Oktober und den Schildkröten der 23. Mai. Und wer kennt nicht den Tag des Murmeltiers (2. Februar), der durch den Film Groundhog Day berühmt wurde?

Beim Lesen einer Liste solcher Gedenktage kommt man mitunter schon ins Schmunzeln: Da wird die Minzschokolade am 19. Februar gewürdigt, die Sonnenbrille am 27. Juni. Der verlorenen Socke gehört der 9. Mai. Und zum Gedenken an den britischen Autor Douglas Adams gibt es den Towel Day (25. Mai), denn wer „Per Anhalter durch die Galaxis“ reist, braucht schließlich unbedingt ein Handtuch! I-love-my-dentist-day – kein Scherz, auch den gibt’s (2. Juni) – um für die Prävention von Zahnerkrankungen zu werben.

Öffentliches Bewusstsein steigern

Natürlich gibt es für fast jede Krankheit einen Gedenk- oder Aktionstag: Tuberkulose (24. März), Parkinson (11. April), Epilepsie (5. Oktober), um nur einige wenige zu nennen. Mit verschiedenen Aktionen, die an diesen Tagen stattfinden, will man das öffentliche Bewusstsein für die jeweilige Thematik steigern. Zum Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März hat ganz aktuell eine Aktion weltweit für Furore gesorgt: das Carpool-Karaoke, in dem 50 Mütter von Kindern mit Down-Syndrom zusammen mit diesen (in einer speziellen Gebärdensprache) singen. Über die sozialen Medien wurde das Video schon einige Tage vor dem eigentlichen Gedenktag rasant verbreitet.

Es gibt quasi für fast alles einen Gedenk- oder Aktionstag. Natürlich reichen 365 Tage im Jahr nicht für alles, was es zu gedenken gilt. Daher sind viele Daten mehrfach belegt. Und der heutige Weltglückstag ist auch der Welt-Mundgesundheitstag, der Weltgeschichtentag und der Internationale Kinder- und Jugendtheatertag. Doch am schönsten lässt es sich eben über das Glück philosophieren, weshalb es dazu auch jede Menge Medienberichte gibt. So schreibt Deutschlandfunk Kultur über eine Glücksministerin, der Tagesspiegel befragt die eigenen Kollegen, was für sie Glück bedeutet, und Deutsche Welle schaut, wo die glücklichsten Menschen leben (genau, in Finnland).

Und was ist mit dem Pech?

Als der Weltglückstag zum ersten Mal begangen wurde, sprach Focus online mit Eckart von Hirschhausen zu dem neuen Gedenktag. Der sagte damals auch, dass der Gegenspieler des Glücks nicht das Unglück, sondern die Depression sei. Interessant ist, dass es weder für die Depression noch das Unglück oder auch das Pech einen eignen Gedenktag gibt. Als Unglückstag gilt bei uns und in vielen anderen Ländern allgemein der Freitag, der 13. In anderen Ländern mag es der Dienstag, der 13. sein (Spanien) oder der Freitag, der 17. (Italien). Übers Jahr gesehen wird dem Unglück damit mehr Aufmerksamkeit beschert als dem Glück. Denn allein 2018 fallen zwei Freitage auf einen 13. (im April und im Juli), während es nur einen Weltglückstag gibt. Mindestens einer und maximal drei Freitage können pro Kalenderjahr auf einen Freitag, den 13. fallen. Doch der Glaube an das Unglück, das einen an einem dieser Tage ereilt, ist natürlich alles nur Aberglaube. Höchste Zeit, dass es einen richtigen, möglichst internationalen Tag des Pechs gibt! Schließlich gibt es analog zu den Glückskeksen auch schon Pechkekse. Mit Sprüchen wie „Kopf hoch! Du hast nur Pech. Besser als Syphilis.“ Ein herrlicher Spaß für Spieleabende mit Freunden, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann. Übrigens: Falls ihr eure Kekse selber backen wollt – wir texten gerne die Botschaften für euch. Schön böse und gemein. Doch noch lieber wären wir natürlich für euch die Glückskeksetexter. Kurz und knackig, auf den Punkt und immer mit einer positiven Nachricht! 🙂

Über Andrea Finkel

Die Komma-Queen: begeistert sich für alles, was mit Sprache zu tun hat – auch Grammatik und Rechtschreibung. Komplexe Themen wecken ihren Ehrgeiz.

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Am 20. März 2018
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