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Deutsche Presseclubs tagten in Augsburg: Blogger und Journalisten treffen aufeinander

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Vergangene Woche nahm ich zum ersten Mal an der Jahrestagung des Forum Deutscher Presseclubs teil. Und das auch noch als Gastgeber: Denn die Veranstaltung wurde diesmal vom Augsburger Presseclub ausgetragen. Von Donnerstagabend bis Samstagmittag diskutierten wir mit Kollegen aus ganz Deutschland vor allem das Verhältnis von Journalisten und Bloggern. Und ganz nebenbei durften wir dabei noch unsere schöne Stadt zeigen.

Gleich zum Auftakt referierte Tourismusdirektor Götz Beck über Content Marketing und Storytelling am Beispiel des Fugger- und Welser-Erlebnismuseums. Die Stadt arbeitet dabei mit Bloggern zusammen, die von den Tourismusverbänden recherchiert und engagiert werden. Vor allem wenn es sich um ausländische Blogger handelt, stellt man für diese eine Route zusammen und die Kosten für Aufenthalt und Honorar werden geteilt. Bei der Auswahl der Blogger sei man heute kritischer als noch vor ein paar Jahren. Reichweite und thematische Relevanz müssten stimmen, damit es zu einer Zusammenarbeit kommt.

Ist Bloggen eigentlich Journalismus?

Stephan Goldmann ging das Thema grundlegend an: Bloggen – ist das (noch) Journalismus? Der Journalist verdient seinen Lebensunterhalt inzwischen mit Bloggen sowie Vorträgen und Seminaren übers Bloggen. Damit liegt seine Antwort auf der Hand. Nutzt jemand eine Publikations-Software mit einer journalistischen Grundhaltung, dann ist das Journalismus. So einfach. Dabei könnten Journalisten viel von Bloggern lernen: den Mut zur Diskussion zum Beispiel. Statt Beiträge einfach nur „abzugeben“, lohne es sich, den Diskurs in den Kommentaren unter veröffentlichten Beiträgen weiter zu verfolgen, sich als Autor daran zu beteiligen und so den Kontakt zu den Lesern zu pflegen. Oder: subjektive Berichterstattung. Ich-bezogene Beiträge kommen in Blogs besonders gut an, seien in den klassischen Medien – außer im Kommentar – aber (noch) verpönt. Blogger seien im Gegensatz zu vielen Journalisten das crossmediale Publizieren längst gewohnt. Sie können mit Wort ebenso umgehen wie mit Ton (Podcast) oder Bewegtbild (Vlogs) und kombinieren alles miteinander – je nachdem, welche Darstellungsform ihnen geeignet scheint, um Informationen zu transportieren. Journalisten können vom Bloggen profitieren. Ein eigener Blog diene der Selbstverwirklichung, der Markenbildung und sorgen als digitale Spielwiese dafür, dass man online Kompetenz aufbaut.

Bloggerclub und Bloggerkodex

Auf den Bloggerclub und den Bloggerkodex ging Matthias Lange in seinem Vortrag ein. Der neu gegründete Verein versteht sich als Interessenvertretung und Sprachrohr von Bloggern. Außerdem bietet er eine Plattform für Vernetzung und Austausch. Mit einem eigenen Kodex gibt der Verein seinen derzeit rund 70 Mitgliedern Verhaltensregeln an die Hand. Insbesondere für die Kennzeichnung von werblichen Beiträgen, für die ein Honorar bezahlt oder sonstige Unterstützung gewährt wurde. In München arbeiten der Presseclub, der Bloggerclub und der Bloggerstammtisch seit Jahren eng zusammen. Ziel der Jahrestagung war es auch, eine Diskussion darüber anzuregen, inwieweit dieses Modell auf andere Städte übertragen werden kann.

Wertvolle Anregungen anderer Presseclubs

Wie unterschiedlich die Presseclubs in Deutschland strukturiert und organisiert sind, zeigte eine Informationsrunde. Während wir uns in Augsburg im Schnitt alle sechs Wochen treffen, gibt es Clubs, die einmal wöchentlich Programm bieten. Mitgliederzahl und Budget variieren ebenso wie die Veranstaltungsformate. Was viele Presseclubs gemeinsam haben: Sie tun sich schwer, neue und jüngere Mitglieder anzusprechen. Unser Vorstandsteam hat jedenfalls jede Menge Impulse und Anregungen mitgenommen, die wir zum Anlass nehmen werden, um über die künftige Ausrichtung des Clubs zu diskutieren.

Rahmenprogramm: Augsburg von seiner besten Seite

Empfang durch Oberbürgermeister Kurt Gribl

Mitglieder des Augsburger Presseclubs im Gespräch mit OB Kurt Gribl (zweiter von rechts) und Dieter Barth, Vorsitzender des Forums Deutscher Presseclubs (rechts)

Am Rande der Tagung im Kongress am Park nutzten wir die Gelegenheit, um Augsburg von seiner besten Seite zu präsentieren. Weil das Wetter mitspielte, war das nicht schwer. Am Donnerstagabend trafen wir uns zum Warmup bei Riegele, wo uns die beiden Chefs höchstpersönlich durch die Brauerei führten. Am Freitagabend empfing uns Oberbürgermeister Kurt Gribl im Rathaus. Anschließend durften unsere Gäste einen Blick hinter die Kulissen der Puppenkiste werfen und einen Wasserturm am Roten Tor besteigen. Beim stilvollen Abendessen in den Drei-Kaiser-Räumen wurden die Fachdiskussionen fortgesetzt. Mit einer Führung bei Klassik Radio im Hotelturm beschlossen wir das Programm am Samstagmittag. Einige Gäste blieben noch für das restliche Wochenende. Ihre Social-Media-Posts zeigten, dass sie beeindruckt waren von der Moritzkirche, vom Schaezlerpalais und der Fuggerei.

Vielen Dank dem ganzen Organisationsteam rund um Alfred Hornauer für den großen ehrenamtlichen Einsatz. Nun dürfen wir uns ganz entspannt auf die nächste Jahrestagung freuen – dann in Wiesbaden. Ein herzliches Dankeschön gebührt auch Robert Linsenmeyer vom Presseclub Augsburg für das Foto im Augsburger Rathaus.

Über Sandra Strüwing

Kommunikatorin und Netzwerkerin aus Leidenschaft. Liebstes Hobby und persönlicher Anspruch: candid communications.

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Am 29. Mai 2017
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