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20 Jahre Netflix

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Vom High-School-Mathe-Lehrer zum Mitbegründer und CEO von Netflix. Reed Hastings Aufstieg zum Multimilliardär gleicht dem amerikanischen Traum. Nun wird der Online-Video-Streaming-Dienst bereits 20 Jahre alt. Wer hätte gedacht, dass der ehemalige Online-DVD-Verleih eines Tages dem linearen Fernsehen den Kampf ansagt: Das Fernsehen ist wie ein Faxgerät. Es war eine gewisse Zeit über wirklich revolutionär. Aber dann eben nicht mehr. (vgl. Hastings-Auftritt republica ca. Minute 27:20).

Happy Birthday, Netflix!

Gratulation, Netflix. 20 Jahre gibt es dich nun schon. Und ja, es sind wirklich bereits schon so viele Jahre. 1997 gründete Reed Hastings gemeinsam mit Software-Unternehmer Marc Randolph den uns heute als Video-Streaming-Dienst bekannten Medienriesen. Aber zunächst handelte es sich dabei um einen Online-DVD-Verleih. Innerhalb eines Abos konnte man sich Videos aussuchen, die einem dann per Post (!) zugeschickt wurden. Doch Hastings und sein Team erkannten die Chance und hatten den Mut: 2007 etablierten sie Netflix als Streaming-Dienst und expandierten 2012 auch nach Europa. In Deutschland kommen wir seit 2014 in den Genuss von House of Cards und Co. Weltweit hat Netflix mittlerweile mehr als 100 Millionen Streaming-Abonnenten und erwirtschaftete  im 2. Quartal 2017 einen Gesamtumsatz in Höhe von rund 2,79 Milliarden US-Dollar.

Fun-Fact

Häufige Quoten-Äußerungen stehen bei Netflix ja nicht an der Tagesordnung. Aber anscheinend gab es letzte Woche zur Sonnenfinsternis in den USA einen Zugriffs-Rückgang von zehn Prozent. Total unverständlich für den Video-on-Demand-Anbieter. Und diesen Unmut macht er auch ganz klar auf Twitter deutlich. 🙂

Goodbye TV?

Gerne prognostiziert Hastings bei öffentlichen Auftritten den Tod des linearen Fernsehens. Was nicht verwunderlich erscheint, als Anbieter eines Video-on-Demand-Dienstes. Doch ist das schon spruchreif? Laut dem „Media Activity Guide 2016“, für den das Marktforschungsunternehmen Forsa mehr als 3000 Personen befragte, bleiben die Größenverhältnisse grundsätzlich bestehen. Mit einer täglichen Nutzungsdauer von 270 Minuten ist das Fernsehen weiterhin die Nummer eins. Festzustellen ist, dass insgesamt die Bedeutung des Bewegtbildes und damit der Online-Videos (sei es nun in kostenloser Form wie Youtube oder kostenpflichtiger Variante wie Netflix) zunimmt. Aber was heißt das nun für das Fernsehen? Der Untergang des Fernsehen vorherzusagen, ist vielleicht etwas vorschnell. Der Wandel der Mediennutzung vollzieht sich nämlich langsamer als ursprünglich angenommen.

Mehr erfahren:

House of Cards: Über 100 Millionen Dollar  investierte Hastings für die Serie House of Cards. Er konnte damit den großen Konkurrenten Home Box Office (HBO), ein US-amerikanischer Kabelsender, ausstechen. Und es hat sich gelohnt. Der Polit-Thriller ist der größte Erfolg von Netflix. Die Serie konnte mehrere Emmy-Auszeichnungen und einen Golden Globe Award einfahren.

Tiger and Dragon: Große Aufregung herrschte bei der Fortsetzung des Martial-Art-Blockbusters „Tiger and Dragon“. Netflix produzierte diesen Film mit und er wurde dann gleichzeitig im Streaming-Portal als auch in ausgewählten Kinos gezeigt. Eine Neuheit, denn üblicherweise kommen Videos erst einige Monate nach dem Kinostart heraus.

Amazon vor Netflix: Amazon liegt in Deutschland mit 32 Prozent bislang vor Netflix mit 17 Prozent laut dem Marktforschungsinstitut Goldmedia. Der rasche Aufstieg sei u.a. auf die Bundling-Strategie mit dem Premium-Lieferservice Amazon Prime zurückzuführen. Ebenso rasant hat sich Netflix innerhalb von weniger als zwei Jahren als Nummer zwei etablieren können. Geschäftsführer André Wiegand von Goldmedia ist der Meinung:

Im Kampf um Marktanteile wird künftig der Anbieter die Nase vorn haben, der am meisten zu bieten hat: niedrige Preise, attraktive Serien und Spielfilme, eine hohe Aktualisierungsrate, Original Content, redaktionell gestützte Empfehlungen und eine geräteübergreifende Nutzbarkeit. Ein noch größeres Wachstum ist vorstellbar, wenn die Mobilfunknetzbetreiber zeitnah Datentarife für Pay-VoD-Angebote einführen.

Über Jasmin La Marca

Die Augs(ch)burgerin mit italienischem Migrationshintergrund liebt es, Texte fürs Netz zu schreiben. Bloggen, skypen, twittern und natürlich facebooken: Social Media – *thumbs up* --> gefällt mir

» Fachliches » 20 Jahre Netflix
Am 29. August 2017
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